From The Vile Catacombs


Interview - Streetclip.tv 24.02.2017

Interview - Streetclip.tv 24.02.2017

 

 

RA´S DAWN

Interview mit Olaf Reimann

 

 

Die Jungs von RA´S DAWN haben eine ganz schöne Rakete mit ihrem neuen Werk gezündet (Review siehe hier). Sänger Olaf Reimann stand uns auch prompt für ein Interview zur Verfügung. Also, ´From The Vile Catacombs´ in den Player, aufdrehen und unseren kleinen Talk genießen:

Hallo Olaf! Glückwunsch zum neuen Album. Aber warum mussten Eure Anhänger gute acht Jahre auf den Nachfolger von ´At the Gates Of Dawn´ warten?

Danke! Na ja, der wichtigste Grund ist wohl, dass die Produktion von so einer CD richtig viel Kohle kostet! Und da wir alles selbst bezahlen, kann man nicht mal eben jedes Jahr ein paar tausend Euro investieren. Wir machen in dieser Hinsicht auch keine halbe Sachen. Eine qualitativ minderwertige Produktion zu veröffentlichen, käme heute für uns nicht in Frage. Aber davon abgesehen sind wir wohl auch nicht die Flinksten im Songwriting. Und ab dem Tag, als wir uns entschlossen haben, mal wieder ein kleines Vermögen in eine neue CD zu stecken, ist die Zeit nur so gerannt. Da sind ein paar Jahre ratzfatz vorbei.

Zuletzt habt Ihr in den Kohlekeller Studios von Kristian Kohlmannslehner aufgenommen, diesmal wieder. Eine gute Entscheidung, oder?

Oh, ja! Schon die damals erste Zusammenarbeit mit „Kohle“ beim ´At The Gates Of Dawn´-Album war super. Recht entspannt, aber auch sehr produktiv. Ich kann jeder Band die Kohlekeller Studios nur wärmstens empfehlen! Allerdings ist Kohle nach dem riesigen Erfolg der POWERWOLF-Platte, die er produziert hatte, wohl noch gefragter, als er es eh schon war …

Für mich als Sänger war die Zusammenarbeit mit Kohle diesmal noch ein bisschen unaufgeregter als beim letzten Mal. Man kennt sich bereits, kennt die Gegebenheiten und weiß, was zu tun ist. Es hat echt viel Spaß gemacht!

Die Produktion eines Tommy Newton, wie zu Debüt-Zeiten, vermisst Ihr dabei nicht?

Tommy hat damals die Platte bewusst so klingen lassen wie sie klingt. Das war aus damaliger Sicht auch absolut in Ordnung. Mittlerweile ist viel Zeit vergangen. Man darf nicht vergessen, dass wir zu dem Zeitpunkt fast keine Studioerfahrungen hatten und dann die 'Area 51'-Studios betraten, in denen so viele tolle Platten entstanden sind. Alleine das war schon ein Erlebnis! Als Tommy mir vorm ersten Take erst mal erzählt hat, wer schon alles durch das Mikrofon gesungen hat, in das ich da gleich reinhusten werde, hat das nicht gerade zur Beruhigung beigetragen! Er hat uns so viele Stories und Anekdoten erzählt, die man sonst nie erfahren würde. Und ich denke, er hat uns viel beigebracht, das wir dann in die nächsten Aufnahmen einfließen lassen konnten.

 

Wann habt Ihr eigentlich Euren Keyboarder aus der Band katapultiert?

„Katapultiert“ haben wir ihn natürlich nicht. Wenn ich mich recht erinnere ist Philipp damals nach der `At The Gates…´ weggezogen und er hat sich auch musikalisch in eine etwas andere Richtung orientiert. Aber wenn es darum geht, sich zu erinnern, komme ich mir manchmal wie Ozzy vor! Wahnsinn, wie viele Details einem Hirn verloren gehen können! Dabei ist mein Lebenswandel in keinster Weise mit dem des Prince Of Fucking Darkness zu vergleichen … 

Seht Ihr Euch dadurch nun erst richtig als echte Heavy Metal-Band oder wurden Euch die progressiven Ansätze früher nur angedichtet?

Oh, das ist wohl ein schwieriges Thema. Gute Frage! Nun, spätestens ´From The Vile Catacombs´ ist meiner Meinung nach tatsächlich eine „richtige“ Heavy Metal-Platte geworden. Aber was waren dann die Platten davor? Mit dem Begriff „progressiv“ tue ich mich grundsätzlich etwas schwer. Wirklich progressiv im ursprünglichen Sinn des Wortes waren eigentlich nur beispielsweise DREAM THEATER oder FATES WARNING, die tatsächlich für eine Entwicklung innerhalb eines Genres gesorgt haben. Alleine deshalb ist der Begriff mir ein bisschen „zu groß“ im Bezug auf unter anderem unsere Band. Ich glaube, dass wir im Grunde schon immer Heavy Metal gemacht haben, der vielleicht nicht ganz so leicht zugänglich ist, wie bei einer Band, die nach dem „Schema F des Metal-Songwritings“ agiert. Ich hoffe aber, man hört unserer neuen Scheibe an, dass wir wissen, wie Heavy Metal geschrieben wird! Nimm` den Song ´Crusher´ als Beispiel: HEAVY METAL! Oder?!

Was erzählst Du einem fremden Dritten, welche Musik Deine Band spielt?

„HEAVY METAL!“ Hahaha!

Dann haben wir das ja geklärt. haha. Welche musikalischen Vorbilder hattest Du früher, als Ihr die Band gestartet habt, und welche habt Ihr heutzutage noch?

„Musikalische Vorbilder“ sind`s zwar nicht unbedingt (denn man sollte sich die Ziele nicht zu hoch stecken, haha), aber ich glaube, wir fahren alle auf SYMPHONY X ab. Das war wohl schon immer der größte gemeinsame Nenner. Bei dem einen kommt dann noch beispielsweise RUSH oder bei dem anderen IN FLAMES dazu. Vor allem John und ich stehen natürlich auch auf die „alten Helden“ wie z. B. JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN und viele mehr. Ich persönlich habe im letzten Jahr noch VEKTOR für mich entdeckt. Grandios!

 

Hattet Ihr diesmal eine andere Herangehensweise, als es an das Songwriting ging?

Unsere Songs entstehen und entwickeln sich nach und nach. Es gab keinen Zeitpunkt, an dem wir gesagt haben: „..und jetzt schreiben wir neue Stücke!“ John erledigt hier fast die komplette Arbeit. Das heißt: Er bereitet meist seine Ideen zuhause schon so weit vor, dass er mit kompletten Aufnahmen inklusive programmierter Drums- und Bass-Spur in den Proberaum kommt (leider immer ohne Gesang - das würde ich zu gerne mal hören, John! haha). Daran orientiert sich dann die Band, wobei sich natürlich einzelne Parts noch verändern können. Eine Ausnahme gibt es: Bei ´Crusher´ kam Marek mit dem ersten Riff um die Ecke …

Diese Vorgehensweise praktizieren wir schon immer so, wobei es mich persönlich sehr interessiert, was passieren würde, wenn wir bei einem Bierchen im Proberaum einfach mal Musik hören würden und dann spontan mit einer Art Jam-Session loslegen würden. Wer weiß?

Die lyrische Umsetzung von Geschichten aus dem alten Ägypten wollt Ihr aber weiter verfolgen? 

Ich glaube nicht, dass es jemals eine Platte von uns geben wird, ohne einen Bezug zum ägyptischen Thema. Schon bei der Wahl des Bandnamens waren wir uns einig, dass das alte Ägypten genug Themen für uns bietet.

MAIDEN, MERCYFUL FATE, DIO, ICED EARTH und viele mehr haben bereits Songs darüber geschrieben, von NILE erst gar nicht zu reden. Was macht für Euch den Reiz daran aus?

Zunächst hat John als Hauptsongwriter ein großes Interesse am alten Ägypten. Dass auch schon andere darüber Songs verfasst haben, juckt dabei wenig. Schau dir mal die anderen „typischen“ Metal-Themen an: Den Tag möchte ich erleben, an dem kein Reiz mehr besteht, einen Song über Wikinger zu schreiben! Haha, nee, im Ernst: Ich vermute, dass die orientalischen Skalen für einen Gitarristen und Songschreiber wie John in erster Linie den besonderen Reiz ausüben. Und ein Text über Götter und die Gemetzel, die in den alten Sagen stattfinden, passt einfach super zur metallischen Mucke! Aber es finden sich darüber hinaus ja immer auch genügend andere Themen für unsere Platten, so dass weder uns noch dem Hörer langweilig wird.

 

Wovon handeln denn die Texte der Songs diesmal im Einzelnen? 

Kurz gefasst: ´Inside Out´ dreht sich um die Dummheit der menschlichen Rasse. Bei ´Crusher´ dachte ich an das Monster auf dem Cover von PRIESTs ´Defenders Of the Faith´. ´Ghosts Of My Mind´ handelt vom Gefangensein in der menschlichen Maschinerie. Im ersten „ägyptischen“ Song ´Soraya´s Eyes´ spielt ein übler Dämon die Hauptrolle, dem man(n) besser nicht begegnen sollte. In ´Speak To The Dead´ wird jemand verrückt durch Stimmen, die er (nein - ich sollte besser „sie“ sagen, näheres dazu aber im Booklet der Scheibe) ständig hört. Mit einem gewissen Augenzwinkern ist ´(We Play) The Music Of The Devil´ gemeint: Man sagt ja Rock ´n´Roll sei die Musik des Teufels. Das greifen wir doch gerne auf! Wichtigste Aussage hier: "We`re millions strong - Metal will live on!“ haha. ´Revenant Soul´ beschreibt wie sich ein sogenannter Wiedergänger so fühlt und ´From The Vile Catacombs Of Sahure´ ist eine kleine, feine Horrorstory aus dem alten ägyptischen Reich rund um den Pharao Sahure.

Mit WASP, DORO, THRESHOLD, GRAVE DIGGER und RAGE konntet Ihr bereits Konzerte geben, welche Traumkonstellation schwebt Euch in der Zukunft vor und was ist in den nächsten Monaten geplant?

Ehrlich gesagt, ein Traum wäre es überhaupt regelmäßiger zu spielen! Heutzutage ist es sehr schwer, an vernünftige Gigs ranzukommen. Sollte also irgendjemand da draußen Bock auf uns haben, kontaktiert uns über www.ras-dawn.com! Wir werden uns mit einem ehrlichen, intensiven Gig revanchieren! Wir werden den einen oder anderen Auftritt in unserer Region rund um Koblenz absolvieren, hoffen auf gute Resonanzen zu ´From The Vile Catacombs´ und werden aus den Käufern der Platte, die uns namentlich bekannt sind, einige Wohnzimmerkonzerte verlosen! Also: Einfach mal nach dem Kauf der Platte über die Website oder facebook eine Nachricht an uns senden, mit etwas Glück spielen wir bei dir zuhause, lieber Leser! Haha.

24.02.17
Von: Michael Haifl

 

Interview - MyRevelations.de 13.03.2017

Interview - MyRevelations.de 13.03.2017

Die Koblenzer Metalband Ra's Dawn ist nach langer Zeit der Albumstille mit einem neuen und süchtig machenden dritten Album !"From The Vile Catacombs" zurück! Da wir die Band lange nicht mehr gesprochen haben, war diese natürlich eine gute Gelegenheit um uns Gitarrist John Schmitz zu krallen, welcher informative Antworten gab.

John, Euer neues Album ist nun fertig! Gut Ding will Weile haben, oder warum wart ihr länger nicht an der Albumfront?

Dafür gibt es einen einfachen Grund: Wir sind einfach zu faul. Natürlich könnte ich jetzt sagen, dass uns der Alltag in die Knie zwingt und dass Beruf und Familie keine Zeit lassen, um fokussiert an neuen Songs zu arbeiten. Das spielt zwar auch eine Rolle, kann aber keine Entschuldigung für eine solch lange Zeit zwischen zwei Alben sein. Dazu kommt, dass wir ursprünglich das Studio bereits für das Frühjahr 2015 gebucht hatten, die Aufnahmen jedoch aus privaten Gründen absagen und auf ein Jahr später verlegen mussten. Das neue Album ist seit Mitte 2016 fertig und brauchte nochmals ein dreiviertel Jahr, bis es endlich veröffentlicht werden konnte.

Das Ägyptenthema des Covers ist echt toll geworden, wie das gesamte Booklet. Bisher ist es für mich das Dunkelste von euch. Wollt ihr das Ägyptenthema thematisch immer beibehalten in Sachen Artwork Gestaltung?

Danke für das Kompliment. Da steckt eine Menge Arbeit drin. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass wir bei dem Ägyptenthema bleiben werden. Das bietet immer noch genug Stoff und Inspiration. Da man aber nie weiß, was die Zukunft bringt, würde ich mich nicht darauf festlegen wollen.

Musikalisch seid ihr recht zackig unterwegs und fühlt euch in der Schnittmenge Heavy Metal / Thrash / Prog am wohlsten wie ich höre. War das eine natürliche Entwicklung, so abwechslungsreich wart ihr für mich noch nie?

Es gibt diesbezüglich keinen Masterplan. Die Ideen kommen wie sie kommen und daraus machen wir Songs. Eine Ausnahme muss ich jedoch nennen: Bei "Revenant Soul" wollte ich einen Song in der Schnittmenge Exodus/Testament schreiben. Ansonsten glaube ich, dass wir schon immer viel Wert auf abwechslungsreiche Songs gelegt haben. Ich empfinde unsere neue Platte nicht abwechslungsreicher als die alten, aber wenn du es so siehst, finde ich das prima!

Während es bei anderen Bands häufig "rummst" seid ihr konstant in der gleichen Besetzung seit Jahren, wenn man einen ausgetauschten Gitarristen und einen ausgestiegenen Keyboarder abzieht. Was ist euer Rezept für solch einen Frieden?

Das ist mir auch ein Rätsel, wir können uns nämlich eigentlich gar nicht leiden (ha, ha, ha). Nein, Unsinn - wir sind nicht nur in einer Band zusammen sondern auch befreundet. Und als Freunde hält man zusammen, oder nicht? Da muss man halt auch unangenehme Dinge in Kauf nehmen, obwohl Olafs Furzereien schon grenzwertig sind (ha, ha, ha).

Ich bin froh, dass ihr anscheinend keine Keys benutzt habt auf der CD, manche Band (auch ohne Keyboarder) kleistern ihre Alben damit oft zu, eine bewusste Entscheidung?

Ich persönlich mag Tastenklänge, solange sie nicht kitschig sind. Unser damaliger Keyboarder Phil ist aber nach der letzten Platte "At The Gates Of Dawn" ausgestiegen, weil er umgezogen ist. Wir haben uns nie nach einem Ersatz umgesehen. Und wenn man keinen Keyboarder in der Band hat, braucht man auch keine Keyboards einzusetzen. Das wäre ja Unfug, auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt und man eine bestimmte Atmosphäre erzeugen will.

Seit einiger Zeit seid ihr auch endlich in den sozialen Netzwerken und bei You Tube wieder aktiver, merkt man das dies auch an dem Feedback von Musikfans?

Da bin ich der falsche Ansprechpartner, denn ich habe mit den sozialen Netzwerken so gut wie nichts zu schaffen. Ich denke aber, dass über diese Plattform eine Menge läuft und man als kleine Band die Möglichkeit hat, ein bisschen Werbung in eigener Sache zu betreiben. Insofern ist das eine gute Sache.

Die Konzert- und Festivallandschaft ist schwierig und überfüllt. Was plant ihr denn für 2017 um euch den Metalfans näher zu bringen?

Es gibt keine Pläne, so traurig das auch ist. Wir sind leider sehr unbegabt darin, uns selbst zu vermarkten und zu managen. Außerdem sind uns durch unsere Berufe Grenzen gesetzt. Wenn wir Gigangebote bekommen, versuchen wir diese wahrzunehmen. Wenn es also Leute da draußen gibt, die uns buchen wollen, dann nur zu.

 

Ich weiß, dass ihr live ein gutes Coverrepertoire drauf habt, auf CD ist das nie ein Thema gewesen. Habt ihr keinen Bock auf die 1000. Dio Covernummer als Bonustrack?

Live mal ein oder zwei Covers zu spielen macht immer viel Spaß. Ich höre mir auch gerne auf Gigs anderer Bands Coverversionen an. Im Studio würde ich sowas niemals aufnehmen, da das Original meistens sowieso viel besser ist. Es gibt jedoch Künstler, die das Covern extrem gut können, wie z.B. der kanadische Gitarrist Jeff Healey (RIP). Und zwar auch Rocknummern, denn beim Blues ist das Spielen von Blues Classics je eh normal.

Den alten Kracher "Speak To The Dead" habt ihr exhumiert und um arrangiert, warum wurde dieser Eigenproduktions-Hit neu gemacht? Werdet ihr nun andere alte Lieder in Zukunft auch noch mal benutzen (= Neuaufnahme), ich denke da auch an eine Ballade die ich mal vor Jahren unfertig zu hören bekam?!

"Speak To The Dead" war auf unserem zweiten Demo "Unveiling the Grotesque" und daher nie auf einem regulären Album. Ich mochte den Song immer sehr und wir haben uns entschieden ihn aufzunehmen, da er gut zum Rest der neuen Platte passt. Sollten wir noch mal in ferner Zukunft eine weitere Scheibe aufnehmen, könnte es gut sein, dass wir auch wieder eine alte Nummer ausgraben, z.B. "Forlorn Dream" vom ersten Demo oder "The Fall Of The House Of Usher", das ich ebenfalls immer sehr mochte. Außerdem gibt es noch weitere alte Songs, die es verdient hätten überarbeitet und veröffentlicht zu werden. Dazu gehört auch die Ballade "I Believe", die du wahrscheinlich meinst.

Dann hoffe ich mal, dass die nächste Scheibe nicht wieder acht Jahre auf sich warten lässt.

At The Gates Of Dawn


Interview - Veilgr.com 14.08.2009

Interview - Veilgr.com 14.08.2009

Nick: Hello! How are you? How do you feel about your new album "At the Gates of Dawn"? Do you think that it will get you a step forward? 

    Marek: Hey Nick! It’s been a while since we talked the last time about our debut “Scales of Judgment”, right? But first of all I’d want you to know that it’s an honor for us to stay in contact with you guys in Greece. We really appreciate it. 
    Well, concerning our new record we’re totally glad with the outcome of the production. “At the Gates of Dawn” sounds a bit heavier and more up to date, than our debut but still carries all the RA’S DAWN trade marks. And I personally think that all of us did a fantastic job on the instruments. I’m really proud of the musicianship and the over all picture. 

Nick: If you compare this album to your previous one entitled “Scales of Judgement”, can you tell us which the new elements on your new album are?

    Marek: I think the most distinct point is that nearly all of the songs were written just for this very record. On “Scales of Judgment” we re-recorded few songs which had already been on our second demo, “Unveiling the Grotesque”. So the new stuff sounds more mature and fresh. Of course we’ve grown in arranging, composing and playing what you can surely recognise if comparing both records. The one and only older piece is “The Dawn of Ra”. This 23 minutes baby can be found on the very first RA’S DAWN demo, entitled “Solar Force”. The guys wrote and recorded this one before I joined the band, so doing this “cutie” for “At the Gates of Dawn” was still kinda new, well, for me anyway. But we also took this track and rearranged it in some parts, added some cool sounds and tightened it here and there. Therefore it is definitively up to date and fits perfectly to the RA’S DAWN sound anno 2009. 

Nick: As I see from the lyrics and the titles of some songs that you have included in your new album and by the band’s name, Egyptian mythology and civilization are a big inspiration to you. How did you get interested in this civilization?

    Marek: As I mentioned, I'm not a founding member and was not involved in choosing a name, but at that time the guys’ intention was to come up with a new name which you could associate a certain topic with. Furthermore having such a banner opened the way to the use of a variety of exotic musical scales and riffs. What’s cool about these is that they sound so heavy when played on guitar within this genre. So this Egyptian concept seemed to fit quite nice, we sticked to it and out of this approach we all got in touch with this culture. I know, it’s a bit profane, but that’s the story. Unfortunately none of us has ever been to Egypt by now, but we’re still planning a little band-trip there and take some more authentic pics, haha!

Nick: Since we talk about the ancient Egyptians, do you believe that aliens had something to do with them?

    MareK: You are a Stargate-Fan, aren’t you? :) Well, let me answer from a little different perspective. In my opinion humankind is a not that much evolved species as it sometimes wishes to be. Especially concerning the evolution of the brain and thought patterns, humans are widely affective to shortcut-thinking just to avoid feelings of unease. What I mean by that is the fact that we tend to fear and want to get rid of what we cannot understand. If we face some kind of situation or in this case those massive monuments like the pyramid of Gizah whose creation can hardly be reduced to a rational basis, we need a point to rest our thoughts upon. Uncertainty is a horrible state of mind, right? It seems so far off reach, that the people of old Egypt could have created such a “miracle” without any help of future technology or additional/extraterrestrial help, so assuming the possibility of a higher force seems to be the only way to rest our thoughts. 
    To make it short, I don’t think it was an alien intervention. We take them as a symbol, a metaphor for our own cognitive insufficiency, just to have a temporary answer to our question. I am sure, that in a few millions (what might sound a bit ridiculous at first…) of years people will not have a doubt about such phenomena. We will either have evolved to a species that will be able to bypass shortcut-thinking much more effectively than we do now or have killed themselves in cases of broader stupidity. It’s 1:1 chance :) 

Nick: “The Dawn of Ra”, I believe is your most ambitious composition so far. How long did it take you to compose it and which were the biggest problems that you had to overcome in order to complete it?

    Marek: About the process of writing I can’t tell you which where the main obstacles. What I know from listening to the guys’ stories is that after having finished composing it, they sat down with some big smelly cigars and as a sign of having overcome this mammoth everyone puffed away one of them. Concerning the studio work, it also took a lot of time to get this one done. There are so many guitars and solos in this track, so many key shifts and tricky stuff like that. It just was a time consuming bit of work to record it. For me it was a lot of fun anyway. It’s a track where I was able to experiment a lot with different solo sounds and I was very surprised with the outcome. 

Nick: From the reviews that I have checked out so far for your new album, I see that most agree that your sound is more U.S. metal oriented. How do you feel about it?

    Marek: It’s really fine. We can identify more with such a statement as if they would consider us the typically German metal sounding band. Actually, many German power metal bands sound a bit cheesy in our ears. It’s not our taste at all. So, the “US niche” is OK for us although it’s always just opinions from different points of view.

Ncik: By the way do you have plans to create a concept album with RA’S DAWN? If yes, what would you like it to be?

    Marek: Oh, I don’t think there will be a traditional concept album in the near future. We enjoy putting songs together which are based on different feelings and approaches. I think we would restrict our sound too much by composing within a single concept. But well, you never know. It would be more realistic for us to provide a lyrical concept than both lyrical and musical. Let’s see what future brings.

Nick: Lately, many bands have the chance to release their albums from labels and most of the works that are released are mediocre in comparison to the past ages that the releases were lesser but of better quality. Why do you think this happens?

    Marek: The main reason is probably, that it has become affordable for young bands to get a high-end production, what is really great on the one hand. Nowadays the deal is simple: You put some money together, look for an engineer who produces your music and than you hope for a label to release it. With a professionally produced record, chances are not bad to get it distributed, although it’s no guarantee of course. But on the other hand you get flooded by tons of releases with a good sounding production. However the quantity doesn’t imply high-quality song writing, of course. Additionally, nowadays many labels are more interested in releasing bands that sound like the 1248th  version of In Flames or Killswitch. So obviously the quality starts to suck! Back then, producing a powerful record was an expensive thing and your musical skills had to be outstanding, the musicians and bands had to be professional and authentic, they represented just themselves. There weren’t so many rip-offs and hypes. That’s why all metal heads stick to their beloved classics and not just strictly to hyped bands. Nowadays it’s sometimes a hard and expensive work to find a true gem out there. But it is still worth it at any time! There is constantly brilliant music being released. You just have to take a closer more distinct look. 

Nick: Did you ever get any pressure by a label to change your sound in order to sign you? What do you think of labels that do such a thing?

    Marek: Oh no, fortunately this was never the case. There has never been a label inflicting certain musical expectations upon us. With the SCALES record the story was quite simple. Metal Heaven wanted to release it just after we’ve finished producing, so they wanted us, our sound and nothing else. Just as it should be, without any restrictions. But with "At the Gates of Dawn" we’ve had to face a different sort of “label-pressure”. The pressure was that none of them wanted to sign us, what was very frustrating and also confusing. Obviously we had been able to raise the quality in every case, but no label wanted to cooperate. Their argument was either the diversity of our sound (…ridiculous…) or the bad financial situations at the moment. So we’ve chosen to work with a distribution agency and to get our own label going. This was the only chance get our record out and keep everything under control. As you see, we’ll never be under any label-pressure despite our own expectations, haha. On the other hand we will never be able to see any of the money again that we spent for the production.
    But I think it makes no sense if a label signs a band just because they are young, look good whatsoever, just to dictate what kind of sound they should produce. Music is still a kind of art and can not be restricted and planned in that way. If labels do so in order to raise their own profit the spirit gets lost, the listener gets bored, because the quality of the music drops. 

Nick: Thanks for your time answering my questions! Your new album is very good and I hope that many people will get the chance to listen to it. The last words belong to you… 

    Marek: Thanks Nick! We hope will be able to sell some more copies and spread our music just a little more, especially outside Germany and play a few more gigs. Let’s see what future brings. By the way, if you, dear reader, are interested in pre-listening our new album then simply visit us at www.ras-dawn.com. In the media section you’ll find a widget to stream the entire record. Just drop by and let us know what you think. Keep supportin’ metal!
    Thanks for your patience and I wish you all the best with your webzine, Nick! 
    Take care!

Nick  “Verkaim”  Parastatidis from Veilgr.com

Interview - Metal.de 13.07.09

Interview - Metal.de 13.07.09

Die Koblenzer RA'S DAWN haben mit "At The Gates Of Dawn" nicht nur ein starkes Album eingespielt, welches wesentlich mehr Beachtung verdient hätte, nein, ihr Sänger ist auch noch Matt Barlow, liebt Gruselstories und spielt in Krefeld Eishockey... nein, da habe ich was durcheinander gebracht... Was Axtmann John überdies noch so von True Metal und der Szene hält, enthüllen wir durch die folgenden Zeilen:...



Grüße nach Kowelenz! "At The Gates Of Dawn" stellt für mich ein prächtiges Ausrufezeichen im Bereich des progressiv-gefärbten Heavy Metal dar. Wie sehr seid ihr mit dem Ergebnis, was sowohl das Album selbst als auch die Rezension des Werks angeht, einverstanden?

Jou, vielen Dank erstmal. Das Album gefällt uns nach wie vor sehr gut. Oftmals hat man ja hinterher einiges zu meckern, aber noch bin ich sehr zufrieden. In der internationalen Presse kommt die CD ebenfalls sehr gut an, auch mit den Rezensionen sind wir mehr als zufrieden.

Führe uns doch im besonderen Hinblick auf das lyrische Konzept ein wenig tiefer in die Welt von RA'S DAWN ein?

Nun ja, lyrisch setzen wir uns keine Grenzen. Die Songs, die die ägyptische Mythologie behandeln, sind ja auch recht selten. Da wären "The Dawn Of Ra" - hier wird die Geschichte um den Sonnengott Ra erzählt und das ist eben eine ziemlich lange. Daher ist der Song auch so lang. "Osiris" ist natürlich ebenfalls bestens für Metal-Lyrics geeignet. Dieser Gott hat einiges mitgemacht, denn er wurde unter anderem verraten, zerstückelt und wieder zusammengesetzt. Leider fand sich sein bestes Stück nicht wieder, weshalb man ihm einen Riemen aus Bambusrohr spendierte.
Auf unserem Debüt "Scales Of Judgement" findet sich ein Song über den Totengott "Anubis" und einen in Form von "Exodus" über den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Ansonsten schreiben wir über alles, was uns inspiriert. Das kann Geschichte, Politik, Literatur oder einfach eine Gruselstory sein.

Musikalisch geht ihr ja eindeutig einen anderen Weg als NILE, aber fühlt ihr euch mit den Amis aufgrund der teilweise identischen Wahl der Themen verbunden?

Nö, überhaupt nicht. Zwar habe ich NILE schon mal irgendwann gehört, aber das ist absolut nicht mein Ding, auch wenn die Musiker top sind.

Apropos "harte Mucke": Wie kam es zu der deutlich härteren Ausrichtung des neuen Materials? Wart ihr auf irgendwen oder irgendetwas sauer?

Das kam ungeplant. Wir schreiben die Songs so, wie sie gerade kommen. Da wir gerne alle traditionellen Spielarten des Metals mögen, sei es Hardrock, Heavy Metal, Doom oder Thrash, gibt es auch Einflüsse aus diesen Bereichen in unserer Musik.

Im Gegensatz zu "Solar Force" erscheint mir der aktuelle Longplayer, gerade was das Songwriting angeht, noch durchdachter und strukturierter zu sein. Wer ist überhaupt für die griffigen Riffs und die Melodien verantwortlich?

In der Regel sind die Riffs und Melodien von mir, aber wir arrangieren das Material gemeinsam im Proberaum, was noch mal ganz wichtig ist. So steuert jeder seinen Anteil bei.

Da wir gerade bei Melodien sind: Mit Olaf Reimann habt ihr ja einen Ausnahme-Sänger in der Mannschaft. Wie steht ihr zu den oftmals getätigten Matt-Barlow-Vergleichen? Wie stark identifiziert ihr euch über euren Fronter?

Also mal ehrlich! Matt ist doch einer der interessantesten Sänger. Der hat Eier und eine tolle Klangfarbe in der Stimme. Somit ist ein Vergleich mit ihm ein großes Lob. Über unseren Sänger Olaf identifiziere ich mich zumindest nicht, denn alle in der Band beeinflussen unseren Sound. Olaf ist zudem ein sehr guter Freund von mir und somit wäre es allein schon deshalb undenkbar für mich, ohne ihn weiterzumachen.

Der Song "The Dawn Of Ra" war bereits auf der "Solar Force" zu hören, jetzt in frischer Form auf der neuen Scheibe. Warum habt ihr euch entschieden, gerade dieses Mammutwerk noch einmal zu veröffentlichen?

"Solar Force" war ja nur ein Demo und dementsprechend oberflächlich produziert. Zudem gab es bei den Aufnahmen technische Probleme, sodass sich die Drum-Spur verzog und wir alles angleichen mussten. Das hört man. Da wir den Song aber immer sehr mochten, wollten wir ihn auf jeden Fall noch einmal angemessen aufnehmen. Das haben wir somit getan.

Wo liegen eure musikalischen Wurzeln im Allgemeinen und welche Metalbands im Speziellen haben sich eure Wertschätzung verdient?

Wir haben unterschiedliche Einflüsse, stehen jedoch alle auf DREAM THEATER, FATES WARNING und SYMPHONY X. Ich persönlich mag vor allem die alten Metal Sachen, wie SAXON, MAIDEN, DIO, PRIEST, aber auch die alten Thrash Klassiker. Zudem liebe ich Doom und auch Rock'n'Roll und Blues. Das alles findet sich irgendwie in unserem Sound wieder. Na ja, Blues und Rock eher weniger!

"At The Gates Of Dawn" erschien auf g.o.d. Records.
Wie ging der Labelwechsel vonstatten und wie kommt ihr damit zurecht? Seid ihr zufrieden?


Ging alles ohne Probleme. Wer will heutzutage schon eine kleine Band wie uns unter Vertrag nehmen? Die Verkaufszahlen generell sind so stark rückläufig, dass sich doch nur die großen Bands lohnen oder zumindest Bands, die bekannte Namen an Bord haben. Namedropping ist ja voll in der Mode. Ob wir zufrieden sind? Nein, denn wir haben fast überhaupt keine Promo. Ich denke, "At The Gates Of Dawn" ist ein gutes Album, dass es verdient hat, mal angetestet zu werden, aber wer macht das schon? Die wenigsten haben Notiz von dem Album genommen, bei den ganzen Veröffentlichungen, die Monat für Monat rauskommen.

Was sind eigentlich die "Gates Of Dawn"?

Das ist ein Sinnbild für das Schicksal. In den Lyrics der Scheibe geht es immer wieder ums Sterben (auch mental) und Jenseitserfahrungen, daher war der Titel passend für das ganze Album.

Findet "Flame Of War" immer noch als Vereinshymne der Krefeld Pinguine (Eishockey) Verwendung? Wie kam es in diesem Zusammenhang zu der Eigenproduktion "Lebende Legende"?

Ja, das spielen die Pinguine immer noch bei jedem Heimspiel. Der damalige Stadionsprecher war auf uns aufmerksam geworden und hatte die Idee, aus "Flame Of War" eine Vereinshymne zu machen. Das haben wir umgesetzt. War echt ne tolle Erfahrung, denn die Eishockey-Fans sind klasse!

Euer Keyboarder Philipp Nörtersheuser hat euch nach den Aufnahmen zur neuen Scheibe aus beruflichen Gründen verlassen. Live wollt ihr in Zukunft ohne neuen Mann an den Tasten auskommen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Philipp hat sein Studium beendet und ist umgezogen. Da bleibt nicht viel zeitlicher Spielraum. Also werden wir live einige tragende Keyboardpassagen einsampeln, da wir keinen neuen Keyboarder wollen.

Wie sehen eure Pläne für die anstehende Konzert/Festivalsaison aus?

Ziemlich mager, um ehrlich zu sein. Zurzeit haben wir alle einfach zu viel um die Ohren. Marek steckt in Examensprüfungen, Martin baut neue berufliche Wege auf und dann kommen ja auch noch die familiären Pflichten dazu.

Mit welchen Muckern aus der deutschen oder auch der internationalen Szene würdet Ihr mal gerne zusammen touren, so ihr sie euch aussuchen könntet?

Da fallen mir direkt viele ein, auch wenn man die ganz großen Namen mal außer Betracht lässt. Mal sehen: CANDLEMASS, MORGANA LEFAY, OPETH, SYMPHONY X, SAXON, EXODUS, Y&T.

Wer von den Bands, mit denen ihr bisher die Bühne habt teilen dürfen, hat bei euch den größten Eindruck hinterlassen?

Das war auf jeden Fall DEAD SOUL TRIBE! Erstens stehe ich schon seit zig Jahren auf PSZCHOTIC WALTZ und daher auf Devon Graves Gesang und zweitens war die gesamte Band wahnsinnig nett und überaus professionell.

Denkt ihr, dass ihr euch auch außerhalb Deutschlands mit eurem Sound etablieren könnt?

Ich denke, dass wir uns noch nicht einmal innerhalb Deutschlands etablieren können. Dazu sind wir eine viel zu kleine Nummer!

Wie siehst du die deutsche Metalszene, etwa im Vergleich früher-heute?

Ich höre schon seit Beginn der 80er Metal und habe so Einiges erlebt. Den Zusammenhalt der Metalheads habe ich immer als sehr angenehm empfunden. Dennoch denke ich, dass viele heutzutage engstirniger und intoleranter geworden sind. Nicht nur, dass andere Musikstile abgelehnt werden, auch die verschiedenen Spielarten des Metals geben Anlass zu Stänkereien. Das ist doch vollkommen schwachsinnig! Vor allem die True Metal (wie ich diesen Begriff hasse) Fraktion ist oftmals dermaßen eindimensional, dass es schmerzt. Ich für meinen Teil höre auch am liebsten die alten Helden der 80er und zwar zu ca. 90 %. Trotzdem gibt es viele großartige neue Sounds, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Gib uns doch einen kleinen Ausblick, was uns auf dem Nachfolger zu "At The Gates Of Dawn" alles erwarten wird:

Oh, das kann ich wirklich noch nicht sagen, da wir uns noch kaum mit der nächsten Platte beschäftigt haben. Wir haben jedoch ein Instrumental mit starkem Prog-Einschlag fertig und ein Stück, dass viele Thrash-Elemente enthält.

Wie immer an dieser Stelle bietet sich für den Befragten die Gelegenheit, das Wort an die Leserschaft von metal.de zu richten:

Be open-minded and rock like hell!!!

 

[Quelle: Metal.de]

Interview - MetalEarth.de 25.5.09

Interview - MetalEarth.de 25.5.09

 

 

Ra´s Dawn "Entspannte Metalheads Ohne Scheuklappen"

Christian: Hallo Jungs! Erst mal vielen Dank für das neue Album. Wie sind die ersten Reaktionen?

 

John: Nichts zu danken! Wir sind mit den ersten Reaktionen sehr zufrieden. Bisher haben wir ausschließlich gute bis sehr gute Reviews von den Magazinen und vor allem auch von den Metalheads bekommen. Das freut uns sehr, denn wir haben viel Arbeit in die Scheibe gesteckt.


Einige von unseren Lesern haben vielleicht noch nie von euch gehört. Gebt uns doch mal einen kurzen Lebenslauf ab.

 

Wir stammen alle aus der Nähe von Koblenz und haben uns 2001 quasi zufällig zusammengefunden, weil bei uns allen die Bands, in denen wir vorher gespielt hatten, nicht richtig funktioniert haben. Schon bei der ersten Probe hat es verdammt viel Spaß gemacht und wir merkten, dass wir menschlich und musikalisch gut zusammen passen. Das hört und sieht man uns, glaube ich, auch an. Da wir alle auf Metal der alten Schule stehen und auch Progressive Metal Bands lieben, hat sich der Stil ganz automatisch entwickelt. Nach den ersten beiden Demos "Solar Force" (2002) und "Unveiling The Grotesque" (2004), haben wir dann 2006 mit "Scales Of Judgemet" unser Labeldebüt gehabt. Nun, im Jahre 2009, gehts mit "At The Gates Of Dawn" weiter.

 

Lasst uns über die neue Scheibe sinnieren. Wo ist der Unterschied zwischen "At The Gates Of Dawn" und "Scales Of Judgement"?

 

"Scales Of Judgement" ist stilistisch nicht weit von "At The Gates Of Dawn" entfernt. "ATGOD" ist im direkten Vergleich definitiv etwas moderner und ca. 20 Minten länger ausgefallen.

Und worin liegen die Gründe dafür?

Dass "ATGOD" zeitgemäßer klingt, liegt nicht nur am Songwriting, sondern vor allem an der Produktion. Das wollten wir aber ganz bewusst so haben. Aus diesem Grunde haben wir auch nicht erneut Tommy Newton als Produzent gewählt, obwohl dieser ein toller Producer und ein unglaublich netter Mensch ist. Mit Kristian Kohlmannslehner haben wir definitiv die richtige Wahl getroffen.


Mein Favorit ist "Twist Of Fate". Könnt ihr etwas über diesen Song und seine Geschichte erzählen?

 

"Twist Of Fate" haben wir quasi mit einem Bein im Studio komponiert. Wir hatten das Gefühl, noch einen melodiösen Song mit eingängigem Chorus zu benötigen, um die Scheibe richtig rund zu machen. Wir legen ja immer sehr viel Wert auf abwechslungsreiche Songs. Ich mag es nicht, wenn bei einer Band alle Songs gleich klingen. "Twist Of Fate" beschreibt, wie schnell sich das Leben ändern kann. Von einem auf den anderen Moment kann alles anders werden. Man sollte das was man hat zu schätzen wissen.


Und wie steht es mit dem Schwerpunkt "The Dawn Of Ra"?

 

Der Song ist in seiner ursprünglichen Form auf unserem ersten Demo "Solar Force" zu finden. Da uns diese Nummer viel bedeutet, wollten wir ihn in einer angemessenen Klangqualität haben. Daher haben wir uns entschlossen, ihn noch mal richtig fett aufzunehmen, auch wenn wir unser finazielles Budget in den Wind geschossen haben. ;-)


Welches sind eure Lieblingsstücke des Albums und warum?

 

Wir haben alle andere Favoriten. Ich persönlich mag alle Tracks, aber vor allem "Osiris", "In Dark Ages" und "Winterstorm".


Ihr schöpft viele Inspirationen aus der ägyptischen Mythologie, während viele andere Bands sich eher mit den Asen beschäftigen. Würde Ra den guten alten Odin im Ringkampf ausnocken?

 

Ha, ha, ha! Gute Frage! Ich denke, alte Mythologien eignen sich einfach bestens für Metallyrics. Da gibt es genug Futter, egal ob nordisch oder orientalisch. Mich reizt das Ägyptische, weil man neben den Mythen auch mit interessanten tonalen Skalen experimentieren kann. Müsste ich zwischen IRON MAIDEN mit "Powerslave" und MANOWAR mit "Gods Of Metal" entscheiden, wähle ich ganz klar "Powerslave"! ;-)


Wo liegen eure musikalischen Einflüsse?

 

Die sind ziemlich breit gefächert. Unser Bassist Martin und der Drummer Marco hören vor allem gerne Prog. Marek ist der wohl "modernste" unter uns. Er mag klassischen Metal, als auch Death Metal und Progressive Metal. Olaf und ich sind die typischen Old School Vertreter. Zudem liebe ich Blues und die Musik von Bob Marley.


Was war euer Ziel, als ihr mit dem Musikmachen begonnen habt? Und wie weit seid ihr noch davon entfernt?

 

Einziges Ziel ist und war es Spaß an der Musik zu haben und das haben wir auch. Natürlich wäre es toll, regelmäßig zu touren, aber dazu benötigt man eine Firma, die einen auf Tour bucht und unterstützt. Dazu sind wir leider noch immer viel zu unbekannt.



Nennt uns doch mal ein paar aktuelle CDs, die ihr zu Hause gerne hört.

 

Oje, die einzigen aktuellen CDs die ich höre sind Joe Bonamassa "The Ballad Of John Henry" und Jeff Healey "Mess Of Blues". Ansonsten ist die letzte Symphony X super und auch Dream Theater mit "Systematic Chaos" finde ich prima. Die letzten CDs von Dream Theater haben mir nämlich gar nicht mehr gefallen. Sonst höre ich nur alten Kram, z.B. Y&T "In Rock We Trust", Fifth Angel "Fifth Angel", Samson "Before The Storm", Keel "The Final Frontier" oder DIO "The Last In Line".


Worin unterscheiden sich Ra's Dawn von anderen Metal Bands?

 

Oh, das müssen wohl die Hörer entscheiden. Für mich spielen Ra's Dawn schlicht und einfach Metal. Die einen mögen es schnell und mit Growls, die anderen sehr melodiös und wieder andere stehen auf Pathos. Wir versuchen interessante Songs zu komponieren, die abwechslungsreich sind und über gute Riffs und Gesangslinien verfügen. Manchmal gelingt das bestens, manch mal nicht so gut. ;-)


Ist Koblenz ein guter Platz für Musiker?

 

Definitiv! In Koblenz gibt es viele Musiker aller Spielarten. Nur die Auftrittsmöglichkeiten sind doch eher begrenzt.

Wie wichtig ist es euch, live zu spielen?

Live zu spielen ist ganz klar das Wichtigste. Bei Gigs spürt man die Energie der Musik am allerbesten. Wir haben auch bei ganz kleinen Gigs eine Menge Spaß und geben alles.

 

 

Mit welcher Band würdet ihr am liebsten ein Konzert durchziehen, wenn ihr die freie Wahl hättet?

 

Das ist schwer zu beantworten, weil es so viele geniale Bands gibt, mit denen wir mal gerne spielen würden. Spontan fallen mir ein: Rush, Motörhead und DIO!


Beschreibt bitte euer Publikum!

 

Gut gelaunte, entspannte Metalheads, die keine Scheuklappen vor den Augen haben.

Wie sieht es mit zukünftigen Live Aktivitäten aus?Im Moment ist nichts größeres in Planung. Am 16.05.2009 spielen wir erst mal eine Record Release Show in Koblenz. Anfragen für Gigs sind stets willkommen!


Auf welche Frage würdet ihr jetzt gern noch antworten und wie würde die Antwort lauten?

 

Symphony X möchten euch gerne mit auf Tournee nehmen, habt ihr Lust? Oh Mann, na klar, und wie!!!


Wir freuen uns, euch auf Tour zu sehen. Irgendwelche letzten Worte?

 

Wer auch imer da draußen einen Gig für uns hat, bei dem wir wenigstens nix drauflegen, melde dich über unsere Homepage www.ras-dawn.com! Außerdem danken wir allen Leuten, die uns bis hierhin so großartig unterstützt haben. Rock 'n' Roll will never die!


 

geführt am 25.05.2009 von Christian

[Quelle]


Scales of Judement


Interview - PowerMetal.de

Interview - PowerMetal.de

Am 20. Mai findet im Jugendzentrum Kaiserslautern ein Metal-Event mit attraktiven Bands statt: RA'S DAWN werden als Opener für LIGHTMARE und DARK HORIZON agieren. Grund genug also, den Jungs ein paar Fragen durchs Netz zu jagen, die mir John Schmitz (Gitarre) freundlicherweise beantwortet hat.

Stefan:
Wie lange gibt's euch schon?

John Schmitz:
Seit gut vier Jahren. Wir haben uns Anfang 2001 zusammengefunden und zwar mehr oder weniger zufällig. Da hat es direkt gefunkt...

Stefan:
Was hat es mit dem Bandnamen auf sich und wie passt er zu euerem textlichen Konzept?

John Schmitz:
Naja, der Name hat an sich keine tiefgreifende Bedeutung. Ich bin ein alter Ägypten-Fan und RA'S DAWN beinhaltet halt den Sonnengott Ra, der einiges an Mythos und Geschichte mitbringt. Zu diesem Thema lässt sich viel erzählen. Außerdem kann man wunderbar Cover gestalten und orientalische Scales in die Musik einfließen lassen.

Stefan:
Wie würdest du euren Sound beschreiben, was sind eure musikalischen Einflüsse?

John Schmitz:
Ich denke, RA'S DAWN spielen einfach Metal. Mal ist's ein bisschen verschachtelt und sperrig, mal straight und eingängig. So soll es bei uns sein. Des Weiteren lieben wir lange Songs, die immer mal wieder auf Releases erscheinen. Auf unserem Debüt war es das 24-minütige "The Dawn Of Ra", auf "Unveiling..." war es "The Fall Of The House Of Usher" und auf der nächsten CD wird es wahrscheinlich ein Songs namens "At The Gates Of Dawn" sein. Alle Bandmembers lieben DREAM THEATER, SYMPHONY X und RUSH, daher sind die progressiven Elemente nur natürlich. Unser Sänger Olaf und ich sind zudem die Alt-Herren-Metal-Freunde (DIO, SAXON, PRIEST, MAIDEN, FATES WARNING). Klassischer Stoff halt.

Stefan:
Welche Veröffentlichungen kann der Fan käuflich erwerben und wo?

John Schmitz:
Unser Debüt "Solar Force" ist bis auf wenige Exemplare fast ausverkauft. Wir werden es wohl auch nicht mehr nachpressen lassen. Dann gibt es noch unseren Zweitling "Unveiling The Grotesque", den man für lumpige 5 Euronen (plus 2 Euro Versandkosten) auf unserer Homepage bestellen oder natürlich auch auf Gigs kaufen kann. Im Herbst werden wir dann wohl den dritten Output in Angriff nehmen.

Stefan:
Wie geht ihr bei den Aufnahmen vor und konntet ihr dabei eure Vorstellungen umsetzen?

John Schmitz:
Da wir natürlich alle Kosten (Aufnahme, Covergestaltung, Vervielfältigung) selbst bezahlen müssen, bleiben viele Ideen und Vorstellungen unverwirklicht. Wir sind insofern mit den beiden bisherigen Produktionen zufrieden, als dass beide sehr natürlich und warm klingen. Mit einer teuren, professionellen Produktion kann man das sicherlich nicht vergleichen. Dennoch können wir zufrieden sein und brauchen uns damit nicht zu verstecken.

Stefan:
Ihr habt ja schon mit bekannteren Bands auf einer Bühne gestanden, wie waren da eure Erfahrungen?

John Schmitz:
Eigentlich sehr gut. Besonders DEAD SOUL TRIBE waren sehr nett. THRESHOLD sind wohl nicht so gut auf uns zu sprechen, weil wir denen während ihres Gigs das Bier weggesoffen haben. ;-) In der Regel halten alle Metalbands immer gut zusammen. Es wird gemeinsam gefeiert und gerockt, Konkurrenzdenken tritt da in den Hintergrund. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, die sich für Stars halten. Ist doch lächerlich...

Stefan:
Wo kann man euch demnächst überall live bewundern und was kannst du uns für den Gig in Kaiserslautern (20. Mai, JUZ) verraten?

John Schmitz:
Die aktuellen Termine entnimmt man am besten unserer Homepage. Der Veranstalter des "Nörr-Open-Air" (hier in unserer Gegend) findet uns wohl gut und will uns dieses Jahr dabei haben. Headliner werden aller Wahrscheinlichkeit RAGE sein (Lutz, der Veranstalter, hat mal bei denen Didgerido auf 'ner CD gespielt, daher kennen die sich).
Früher haben wir schon mal mit Pyros und guter Knallerei gearbeitet. Im JUZ in Lautern wird das aber nicht klappen, da es dort zu klein ist und dementsprechend brandschutztechnisch unmöglich. Außerdem kostet das zu viel und ist mit dieser Gage nicht umsetzbar. Wir werden aber bestimmt mit Spaß und viel Enthusiasmus auf der Bühne stehen und unser Bestes geben. Außerdem spielen wir bestimmt eine nette Coverversion.

Stefan:
Wie sieht's mit Metal in eurer Region aus, gibt es weitere ähnlich gute Bands und Auftrittsmöglichkeiten?

John Schmitz:
Richtige Metalbands, die auch an sich arbeiten, sind dünn gesät, es gibt da eher viele Hardcore- und Punksbands. Bekannt sind selbstredend DESASTER und METAL INQUISITOR. Die Auftrittsmöglichkeiten sind ebenfalls begrenzt, man muss sich selbst drum kümmern. Wir bekommen Gott sei Dank mittlerweile auch Angebote von außerhalb. Das ist natürlich gut und so kann's weitergehen.

Stefan:
Ihr hattet ja im letzten Jahr durch die Verletzung eures Schlagzeugers ein Seuchenjahr. Wie weit hat euch das zurückgeworfen und welche Ziele habt ihr euch jetzt gesetzt?

John Schmitz:
Der Unfall passiert im letzten Quartal. Vorher hatten wir schon 'ne Latte Gigs gespielt. Von daher war es nicht so sehr dramatisch (außer natürlich für Marco). Wir haben seine Verletzungspause genutzt um neue Songs zu schreiben. Das war zwar nervig, weil wir mit Drumcomputer arbeiten mussten, aber die Songs sind gut geworden. Es hat sich also gelohnt.

Stefan:
Welche weiteren Pläne habt ihr, gibt es schon neue Songs für eine neue CD?

John Schmitz:
Siehe oben! Ab Herbst wollen wir eine neue CD aufnehmen. Wir werden ein paar Studios checken, könnten uns aber auch wieder mit Fabian Zimmermann (der unserer ersten beiden CDs produzierte) zusammentun. Mal sehen. Die neuen Nummern knallen auf jeden Fall und zwei davon sind auch wieder sehr "ägyptisch".

Stefan:
Ich habe mir gerade die Live-Pics vom MONSTERS OF STOCK auf eurer Homepage reingezogen. Diese vermitteln den Eindruck, als hättet ihr eine Menge Spaß auf der Bühne. Kannst du das bestätigen?

John Schmitz:
Da kannst du von ausgehen. Gigs sind immer der größte Spaß und wir versuchen das Publikum mit einzubeziehen. Denn zusammen feiert es sich am besten...

Stefan:
Wie nützlich ist das Internet für euch als Musiker?

John Schmitz:
Über das Netz kann man Kontakte knüpfen und sich als Band präsentieren. Das sind logischerweise sehr große Vorteile. Außerdem kann man für Gigs usw. werben und eine Menge Leute erreichen. Des Weiteren zeigen Gästebucheinträge (vor allem von Fremden und nicht von Freunden) gut auf, was man richtig und ggf. falsch gemacht hat. Dort findet man in der Regel konstruktive Kritik. Das ist gut so!

Stefan:
Vielen Dank für das Interview! Man sieht sich am 20. Mai. Wenn ihr unseren Lesern noch etwas zu sagen habt - bitte schön:

John Schmitz:
Danke auch für das Interview! Den Lesern kann ich nur ans Herz legen, sich mal bei einem unserer Gigs in der Nähe blicken zu lassen. Es wird immer schön gefeiert und einer auf den METAL getrunken!

Stefan Lang

[Quelle: Powermetal.de]

Interview - Musikreviews.de

Interview - Musikreviews.de

Völlig unverhofft fiel mir kürzlich mit dem Debütalbum "Scales Of Judgement" der Koblenzer Formation RA´S DAWN ein Album in die Hände, das auf Anhieb mit seinem abwechslungsreichen und ausgefeilten Power Metal begeistern konnte. Erfreut darüber, mal wieder frischen, innovativen Stoff aus heimischen Gefilden vernehmen zu können, galt es, mehr über die vermeintlichen Newcomer in Erfahrung zu bringen. Sänger Olaf Reimann gab zurecht gut gelaunt Auskunft.

Hallo Olaf! Wie Du vielleicht in meinem CD-Review gelesen hast, bin ich von Eurer neuen CD äußerst angetan – daher auch auf diesem Wege nochmals meinen Glückwunsch zu „Scales Of Judgement“. Wie seid Ihr insgesamt bisher mit den Resonanzen auf „Scales Of Judgement“ zufrieden?

Vielen Dank für deine Glückwünsche! Die Reaktionen auf unser Debütalbum sind ausgesprochen positiv. Das ist eine schöne Bestätigung für uns, denn es steckt eine Menge Herzblut in „Scales Of Judgement“. Wir wissen, dass wir eine Musik machen, die nicht unbedingt im Trend liegt, umso erfreulicher ist es, dass offenbar viele etwas Individuelles aus dem Album ziehen können.

In wieweit stimmt Ihr mit meinem Review, was die Bezugnahme auf bekannte Bands betrifft, überein?

Stilistisch mit Bands wie ICED EARTH, MAIDEN oder JAG PANZER verglichen zu werden ist `ne feine Sache, schließlich handelt es sich hierbei um absolut geile Acts. Natürlich befindet man sich als Musiker immer schnell in der Nähe der typischen Trademarks von großen, bekannten Bands wie PRIEST oder MAIDEN, wenn man auf „Old-School-Riffing“ steht und beispielsweise zweistimmige Gitarrenläufe in die Songs einbaut. Man kann bei fast jeder Band, die heute am Start ist, Bezüge zu älteren, großen Bands entdecken. MAIDEN wird da besonders häufig zitiert.

Bei Dir speziell vermeine ich ja starke Parallelen zu Matthew Barlow von ICED EARTH zu erkennen, aber nachdem, was ich bisher über das Album gelesen habe, scheine ich damit ziemlich alleine zu stehen. Wie siehst Du das?

So alleine stehst du da gar nicht! In den letzten Tagen hast du Unterstützung von einigen Schreibern bekommen, die ebenfalls der Meinung sind! ;-)

Es ist teilweise schon verrückt, was alles geschrieben wird. In einem Review lobt man meine etwas tiefere Stimmlage während im nächsten Bericht darauf hingewiesen wird, dass man hohe Stimmen mögen muss, um Gefallen an uns zu finden. Ja was denn nu?!

Ich denke, die Parallelen zu Matthew Barlow kann man so stehen lassen, obwohl ich das gar nicht so offensichtlich finde. Aber die alten ICED EARTH-Alben sind nicht zuletzt deshalb so oft in meinem Player, weil der Typ einer der geilsten Sänger unter der Sonne ist. Insofern nehme ich die Verweise auf Parallelen als Kompliment.

Wo würdest Du ansonsten Eure Einflüsse sehen, und welche Sänger hatten den größten Einfluss auf Dich?

Wir sind ziemlich Old-School-beeinflusst, wie ich eingangs schon erwähnt habe, versuchen aber immer wieder auch modernere Elemente einfließen zu lassen.

Früher war ich unheimlich fasziniert von James La Brie`s Stimme (DREAM THEATER). Dann muss man auf alle Fälle Russel Allen von SYMPHONY X erwähnen, ein Hammer-Sänger! Ganz klar einer der besten Sänger überhaupt ist Bruce Dickinson. Und über Matthew Barlow haben wir ja schon gesprochen. Es gibt so viele geile Stimmen…

Hast oder hattest Du jemals Gesangsunterricht?

Man soll `s nicht glauben: Ja! ;-) Anfangs in einer Musikschule, aber außer den grundlegenden Dingen kam da nicht viel zustande. Ich erinnere mich noch, dass ich u.a. „Through The Barricades“ von SPANDAU BALLET gesungen habe. Bitte nicht weitersagen, haha! Später war ich kurzzeitig bei einem russischen Opern-Sänger. Der wollte mir die klassische Art zu singen beibringen. Hat auch nix genutzt, wie man hört. ;-)

Da viele, so wie ich, bis vor kurzem vermutlich nicht viel mit dem Namen RA´S DAWN anfangen konnten, stell´ bitte mal Eure Band vor.

Da hätten wir John Schmitz und Marek Schoppa an den Gitarren. John ist unser kreativer Kopf, er kommt mit den meisten Songideen in den Proberaum, die dann von uns allen weiter entwickelt werden. Marek ist nach dem Ausstieg unseres damaligen Gitarristen und Keyboarders in Personalunion zu uns gestoßen und hat Philip Nörtersheuser (Keyboards) gleich mitgebracht. Marek`s Geschichte ist besonders interessant: Er war auf einem Gig von uns und ist in der ersten Reihe voll mitgegangen. Offenbar müssen wir ihm gut gefallen haben, denn er meldete sich als der Posten an der Gitarre zu vergeben war. Beim Vorspielen war er so nervös, dass er es fast vermasselte. Aber für uns hat`s gereicht! ;-) Philip kommt eigentlich aus einer anderen Metal-Ecke. Er steht ziemlich auf Sachen wie BAL-SAGOTH. Er hat auch ein eigenes Projekt mit dem Namen DIMENTORIUM, bei dem ich auch mitgesungen habe. Philip hat das Gegrunze und Gekeife „eingesungen“ und ich habe mir mit einer Sängerin die cleanen Parts geteilt. Martin am Bass ist unser Finanzminister und der „Opa“ in der Band. Er ist übrigens tatsächlich Opa mit seinen fast vierzig Jahren! Das darfst du aber auch nicht weitersagen! ;-) Marco am Schlagzeug hat die längste Anfahrt in den Proberaum, dafür gebührt ihm Respekt. Last but not least unser Techniker, der kleine Horst. Den muss man auch mal erwähnen (und Danke sagen).

Den Bandfotos nach zu urteilen, seid Ihr nicht alle einer Altersklasse und dürftet kaum miteinander groß geworden sein. Wie habt Ihr zusammengefunden? Kommt es durch den Altersunterschied schon mal zu Interessenskonflikten, auch was die Musik betrifft?

Wir haben schon einen großen Altersunterschied, das stimmt. Drei alte Säcke und 3 junge Hüpfer. Aber das passt prima, die Begeisterung für die Musik hält uns zusammen. Wir haben sogar einen gemeinsamen musikalischen Nenner und der heißt SYMPHONY X. So unterschiedlich unsere Geschmäcker manchmal sind, in der Musik dieser Band finden wir uns alle wieder. Was aber nicht heißen soll, dass unser Stil dem der Amis gleich kommen soll.
Das mit dem Zusammenfinden ist eigentlich eine lange Geschichte. Ich versuche abzukürzen: Martin und ich haben zusammen in einer Band gespielt, die sich auflöste. John hatte mit seiner damaligen Gruppe den Proberaum neben uns. Als es dort auch nicht mehr lief, stießen zunächst Martin, John, Marco und unser früherer Gitarrist/Keyboarder Thomas zusammen und jammten rum. Mehr oder weniger durch einen Zufall kam ich kurze Zeit später dazu. RA`S DAWN war geboren. Die Story von Marek und Philip habe ich ja schon erzählt.
Interessenskonflikte haben wir durch den Altersunterschied nicht, außer dass mancher der alten Herren nicht mehr so kann wie er will, haha. Natürlich ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, aber das ist normal und gehört dazu.

Konnte man die einzelnen Bandmitglieder vorher schon in anderen Bands hören?

Ja, auf lokaler Ebene haben wir alle vorher schon was gemacht. Mehr oder minder erfolgreich, aber nichts Weltbewegendes. John hat mit seiner ehemaligen Truppe mal ein Nachwuchsfestival des Landes Rheinland-Pfalz gewonnen.

Sowohl Euer Bandname, der an den ägyptischen Sonnengott angelehnt ist, als auch einige Songs des Albums wie „Exodus“ und „Anubis“ versprühen eine orientalische, mystische Atmosphäre. Ein Konzeptalbum ist „Scales Of Judgement“ aber nicht, oder?

Nein, ein Konzeptalbum ist „Scales Of Judgement“ nicht. Aber ein Konzept innerhalb eines Albums zu verfolgen ist eine sehr reizvolle Sache. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir so was mal machen.

Worum geht es genau in den Songs mit Bezug zur ägyptischen Mythologie, und welche Themen verarbeitet Ihr sonst noch in Euren Texten?

„Anubis“erzählt von der ägyptischen Gottheit, dem Wächter der Totenwelt, dem Ritual der Einbalsamierung und anderen Elementen des Totenkultes der alten Ägypter. Auch die „Scales Of Judgement“ kommen in diesem Song zum Tragen.
„Exodus“ berichtet vom gefahrvollen Auszug der Israeliten aus Ägypten.

Unabhängig von dieser Thematik befinden sich von Edgar Allen Poe inspirierte Songs („Terrified“ und „The Masque Of The Red Death“) und ein Stück über den Irland-Konflikt („Flame Of War“) auf dem Album. Dazu noch 2 Lieder, die sich mit allgemeinen Dingen befassen, wie beispielsweise der Hinterhältigkeit im Business („In Oceans Of Lies“).

Hat Euer Bandname diesbezüglich eine tiefere Bedeutung, und wie ist er entstanden?

Daran kann ich mich noch gut erinnern. Wir haben, kein Scherz, mit dem Englisch-Wörterbuch in der Hand zusammen gesessen und unzählige Namen notiert. Unter`m Strich haben wir uns für RA`S DAWN entscheiden, weil der ägyptische Hintergrund auch im Bandnamen zu erkennen sein sollte und wir der Meinung waren, dass sich ein Apostroph im Namen gut macht. So kann man sich abheben, war der Tenor. Jedoch haben offensichtlich manche Leute Probleme, RA`S DAWN richtig auszusprechen. Da erlebst du die tollsten Dinge! Die häufigste falsche Variante ist aber DOWN statt DAWN. Leute, zu dem Film sagt ihr doch auch nicht „From Dusk til Down“, oder?! ;-)

Wer zeichnet bei Euch textlich bzw. musikalisch für die Songs verantwortlich?

In erster Linie ist John der Ideengeber was das Musikalische anbelangt. In Teamwork werden die Songs ausgearbeitet, wobei uns natürlich auch die moderne Technik mittels GP4 oder ähnlichem hilft. Die textliche Seite teilt er sich mit mir. Anfangs kamen alle Texte von John, aber ich habe mich an das Thema rangearbeitet. Die Texte zu „Flame Of War“ und „In Oceans Of Lies“ beispielsweise sind von mir. John ist textlich mehr der „Storyteller“ während ich mich lieber mit realen Dingen beschäftige.

Das Cover-Artwork ist ebenfalls entsprechend der Thematik ausgefallen, entgegen der Angaben Eurer Plattenfirma entstammt es aber wohl doch nicht der Feder von Mattias Norén. Klär uns auf!

Gut dass Du`s erwähnst! So kann ich das Missverständnis mal klären. Mattias Norén hat „nur“ unseren neuen Schriftzug entworfen. Das Albumcover, das ich übrigens für sehr gelungen halte, hat Katrin Schneiders entwickelt, die auch schon für das Cover von „Unveiling The Grotesque“ verantwortlich war. Wir sind wirklich sehr zufrieden. (Obwohl ich selbst das komplette Artwork noch gar nicht gesehen habe; aber alleine das hübsche Mädel auf dem Frontcover finde ich schon toll…)

Das neue Album ist Euer erstes unter Label-Obhut. Zuvor habt Ihr schon zwei CD´s in Eigenregie herausgebracht (die mir nicht bekannt sind). Sind von den alten Alben Songs auf „Scales Of Judgement“ gelandet?

Von der letzten Eigenproduktion „Unveiling The Grotesque“ haben wir „Terrified“ und „The Masque Of The Red Death“ neu eingespielt.

Wie kam es zum Deal mit Metal Heaven?

Über die viel zitierten Connections. Über ein, zwei Ecken wurde unser Material an Georg Siegl, den Labelboss geschickt und er hat sofort reagiert und wollte uns haben. Die Konditionen waren fair, also haben wir Ja gesagt.

Hattet Ihr noch andere Optionen?

Wir hatten gar keine Zeit für großartige andere Optionen. Manchmal muss man relativ spontan handeln. Wir kannten aber schon aus früheren Tagen diverse Angebote anderer Labels, so dass wir das Angebot von Georg zu schätzen wussten.

In welchen Ländern erscheint Euer Album, und wo denkst Du ist der Markt für die von Euch gespielte Stilrichtung am größten?

Oh, da musst du selbst mal am 25. August (VÖ) auf dem Album gucken! Ich glaube wir erscheinen in Frankreich, Italien, Finnland, Schweden, Belgien, Holland und einigen weiteren europäischen Ländern.

Wo für uns der Markt am größten ist, kann ich dir beim besten Willen nicht sagen. Das werden die Verkaufszahlen zeigen. Ich denke aber schon, dass wir hier in Deutschland den besten Markt finden werden.

Glaubst Du, Euer Album könnte auch im arabischen Raum seine Liebhaber finden?

Ha, das wäre ja ein Ding! Ich wollte sowieso schon immer mal mit den Jungs nach Ägypten und dort am besten live spielen, wenn wir schon mal da sind…!

Nein, ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass wir dort mit unseren zweieinhalb orientalischen Tönen einen Blumentopf ernten würden. Da lachen die doch drüber! Aber schön wäre es schon, wenn man auch in diesem Teil der Welt jemanden erreichen könnte. Ich würde gerne mal ein paar bestimmten Arabern ein paar bestimmte Fragen stellen.

Mit Tommy Newton habt Ihr bei der Einspielung des Albums gleich einen namhaften und vielbeschäftigten Produzenten an Eurer Seite gehabt. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Mehr oder weniger durch Zufall. Wir haben ihn einfach angerufen, Tommy hat uns zum Kennenlernen nach Celle eingeladen, wir kamen gut klar und schon konnte es losgehen! Tommy ist in der Tat ein viel beschäftigter Mann, wir haben uns (schon wieder) spontan für ihn entschieden, obwohl er uns etwas unter Zeitdruck gesetzt hat. Er hatte nur noch einen bestimmten Termin frei; den mussten wir nutzen. So waren wir leider gezwungen, unsere Teilnahme am Wacken Metal Battle abzusagen. Dafür an dieser Stelle noch mal ein dickes „Sorry“ an die Veranstalter.

Wie groß war im Studio Euer Mitspracherecht? Oder vertraut man bei der ersten Scheibe erstmal komplett der Erfahrung des Profis? Wie war insgesamt die Zusammenarbeit, und wie lange haben die Aufnahmen gedauert?

Nun, Tommy hat sich ziemlich eng an unsere Vorproduktion gehalten. Da gab es wirklich nicht viele Eingriffe, bis auf einen entscheidenden: Eine Ballade, die Martin und ich geschrieben haben, wurde komplett rausgekickt.

Ich persönlich habe mich so gut ich nur konnte an Tommy`s Vorgaben gehalten. Ich glaube bei den anderen war`s ähnlich. Doch man kann unsere Zusammenarbeit mit Tommy eh keinem Außenstehenden erklären. Alle Beteiligten hatten viel Spaß und konnten richtig gut arbeiten, es herrschte eine besondere Atmosphäre während der vierwöchigen Aufnahme.

Ist das Album so geworden, wie Ihr es Euch vorgestellt habt?

Zunächst kann ich da nur für mich selbst sprechen. Grundsätzlich bin ich natürlich sehr stolz auf das was wir geleistet haben. Vor etwas mehr als einem halben Jahr konnte noch keiner ahnen, was nun am Freitag (25.08.06) auf dem Plan steht. Genial! Doch ich fürchte es gibt keinen Musiker auf dieser Welt, der aus dem Studio kommt und absolut nichts auszusetzen hat. Sei es nun an sich selbst oder am Sound oder was weiß ich. Ja, mir sind ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die beim nächsten Mal besser werden müssen. Aber keine Sorge, ich finde, „Scales Of Judgement“ ist eine Hammer-Scheibe!

Beim Song "Anubis" ist bei einem Solo CONCEPTION-Gitarrist Tore Ostby als Gastmusiker zu hören. Wie kam es dazu?

Da hat Tommy Newton seine Connections spielen lassen. Ich glaube die Idee dazu kam aus dem Gespräch heraus. Er und vor allen Dingen John haben sich stundenlang über diverse Gitarristen unterhalten, irgendwann hat Tommy Tore angerufen und ihn gefragt ob er nicht ein Solo spielen will. Tja, er hat Ja gesagt! Vielen Dank dafür, Tore!

Welches ist Dein Lieblingssong auf dem Album und warum?

„Exodus“. Da stimmt einfach alles, ein Hammer-Song! In erster Linie eine musikalische Achterbahnfahrt mit recht progressivem Mittelteil, der dem Stück die richtige Würze verleiht.

Aber auch die Gesangslinien finde ich geil und auch nicht ganz anspruchslos.

Was erwartet bzw. erhofft sich ein Newcomer wie Ihr mit dem ersten Album? Oder anders gefragt: Welches Ziel hat sich die Band RA´S DAWN gesetzt?

Ich glaube, man wächst mit den Zielen, die man sich setzt. Unser Ziel war es, einmal eine professionelle Produktion zu fahren. Das haben wir nun hinter uns. Ich wage es ja kaum zu sagen zu einem Zeitpunkt, an dem diese CD noch nicht mal veröffentlicht ist, aber wir freuen uns schon auf die nächste! Wir möchten möglichst viele eindrucksvolle Erfahrungen sammeln, sei es nun live oder im Studio oder wo auch immer. Wir wollen mehr davon!

Habt Ihr schon konkrete Tourpläne?

Das mit dem Touren ist ein schwieriges Thema. Es ist heutzutage gar nicht so leicht, an vernünftige Gigs, geschweige denn an eine Tour ran zu kommen. Wir haben in der nächsten Zeit natürlich einige Einzelgigs, doch eine ordentliche Support-Tour für einen namhafteren Act wäre eine tolle Sache. Aber das läuft ja bekanntermaßen meistens auf Basis von „pay to play“. Trotzdem wären wir sicher bereit, wenn ein anständiges Angebot käme. Warten wir erst mal ab wie die CD anläuft.

Wer wäre als Tourpartner/Headliner Dein (realistischer) Wunschkandidat?

Halbwegs realistisch wäre vielleicht JON OLIVA`S PAIN oder gar RIOT, die ganz aktuell „Labelkollegen“ geworden sind. Aber da spielen viele Faktoren rein, die man jetzt nicht kennt. Beide Acts wären auf jeden Fall der Hammer!

Wow, absolut, dem ist nichts hinzuzufügen! Was kann man von einer RA´S DAWN-Show erwarten? Mit sechs Leuten kann es in kleineren Clubs auf der Bühne ja mal ziemlich eng werden. ;-)

Ja, du weißt doch: Eng ist gemütlich! Wer uns live gesehen hat, bestätigt uns eine energiegeladene Performance, bei der nicht selten der Spaß eine große Rolle spielt. So kommt es immer wieder vor, dass Leute aus dem Publikum spontan als Sänger auf der Bühne mitmachen. Und zu einem gepflegten Stagedive sage ich auch als Senior nicht nein. (Schönen Gruß nach Voerde!)

Am besten überzeugt sich jeder selbst von unseren Live-Qualitäten.

Ist es Euch eigentlich problemlos möglich, durch familiäre und vor allem berufliche Verpflichtungen ausgiebig auf Tournee zu gehen?

Nein, ganz problemlos ist das leider nicht möglich. John beispielsweise ist Lehrer, er kann im Grunde genommen nur in den Ferien touren. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg…

Wie viel Zeit investiert Ihr allgemein in die Band?

Jetzt im Moment unheimlich viel! Sag mir übrigens Bescheid, wenn du dieses Interview als Buch rausbringen willst, haha!

(Hey, ich glaube, manche Labels zahlen viel Geld für ein vierseitiges Interview in einem der großen Magazine. Daher erwarte ich als Gegenleistung ein weltexklusives Interview, wenn Ihr erstmal METALLICA-Größe erreicht habt. ;-)

Momentan gibt es noch unglaublich viele Dinge zu organisieren. Am 26. August veranstalten wir zum Beispiel eine Release-Party. Alleine dafür geht viel Zeit drauf. Die Promotion für die CD läuft auch auf Hochtouren. Im normalen Rhythmus aber treffen wir uns zweimal pro Woche für ca. 4 Stunden zum Proben.

Wie überzeugst Du einen unvoreingenommen Metalfan, der noch nie etwas von Euch gehört hat, davon, dass er sich unbedingt „Scales Of Judgement“ zulegen muss?

Ein „unvoreingenommener Metalfan“ kauft sich unsere CD, weil sie unheimlich abwechslungsreich ist. Vom typischen Power Metal Song („Forever“), über doom-artige Szenen („Anubis“) oder progressive Songs („Exodus“) bis fast hin zu Thrash Metal („In Oceans Of Lies“) wird sicher für jeden was dabei sein, der nicht immer nur in diesen seltsamen Sparten denkt. Wir spielen Heavy Metal. Die Metal-Gemeinde sollte eine große Familie sein, ohne innere Abgrenzungen, die nicht nur die dicken Acts vergöttert, sondern auch dem vermeintlichen Underground ein Ohr schenkt und in vielen Fällen dafür mit geiler Musik belohnt wird.

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses doch recht umfangreiches Interview genommen hast Ich wünsche Euch viel Erfolg mit dem neuen Album und hoffe, Euch bald mal auf der Bühne genießen zu können.

Ich danke DIR für`s Interview. Würde mich freuen wenn du mal auf einen Gig von uns kommst. See ya!

Darauf kannst Du Gift nehmen - erst recht, wenn Ihr dann noch den Mountain King oder RIOT "im Gepäck" habt.

Lars Schuckar (Info)

[Quelle: Musikreviews.de]

Interview - Veilgr.com

Interview - Veilgr.com

"Scales Of Judgement" was a bit of a surprise for me. This album has quality, variety and I am sure that it can satisfy even the most demanding fans of power metal music. I also have to admit that  Marek Schoppa impressed me with his answers that are very realistic and "down to earth". I believe that with such an attitude, Ra's Dawn first of all prove that they are true metal fans and that the future belongs to them... Check this band out!!!



1. HELLO! HOW ARE YOU? SINCE THIS IS OUR FIRST INTERVIEW, CAN YOU GIVE US SOME INFO REGARDING THE BAND, BECAUSE MANY PEOPLE MIGHT NOT KNOW YOU HERE IN GREECE. ALSO PRESENT THE CURRENT LINE-UP…

    Hi Nikos, I’m fine. Thank you! We are RA'S DAWN, a German Heavy-Metal Band consisting of six individuals between the age of 23 and 36. We all have quite different musical influences and backgrounds. Olaf (vox) and John (git) are heavily into this old-school stuff, 80ies Metal and so on. Martin (bass) listens to a lot of Rush and Triumph, Marco (dr) likes the more modern sounds like InFlames, Killswitch, Dream Theater, Phil (keys) prefers stuff like Bal-Sagoth and I have a very broad musicals taste; from ProgMetal to Death, instrumental music, Heavy Rock and so one. I hope that’s enough to give a first, rough insight into RA’S DAWN.

2. BEFORE YOU FORMED RA’S DAWN, HAD YOU PLAYED IN OTHER BANDS? IF YES HAVE YOU RELEASED ANYTHING WITH THEM?

    Well, we all played in several local bands and of course released some self-financed demos, but none of us has ever reached the status that we gained with RA’S DAWN until now. 

3. BEFORE “SCALES OF JUDGEMENT”, YOU HAVE RELEASED A SELF-FINANCED ALBUM ENTITLED “UNVEILING THE GROTESQUE”. DO YOU CONSIDER IT AS AN OFFICIAL RELEASE OR AS A PROMO? WHICH WAS THE BIGGEST PROBLEM THAT YOU HAD TO OVERCOME IN ORDER TO RELEASE A SELF – FINANCED ALBUM?

    Actually we released two albums before "Scales", “Solar Force” and “Unveiling the Grotesque”, which was the second one. Both of them were considered as promos or demos. The biggest problem for a young band is of course the financial thing, but due to both records were intended to end up as demos, the recording prices could be kept pleasantly low. Retrospectively, the recordings of “Unveiling” were not that hard and there weren’t any big problems actually. Well, in remembrance it was a very positive experience, 'cause it introduced all of us to a rather professional way of recording and I guess it prepared us in a way to what had to come. 

4. SINCE WE TALK ABOUT BOTH YOUR RELEASES, I WOULD LIKE YOU TO COMPARE THEM AND TELL US WHICH THE DIFFERENCES BETWEEN THEM ARE AND WHICH THE NEW ELEMENTS THAT YOU HAVE ADDED IN YOUR NEW ALBUM ARE.

    Ok, but then I'll start with our first record “Solar Force”: It’s a three-track piece, but with an overall running time of 39 minutes. The first song “Forlorn Dream” even turned out to become some kind of a RA’S DAWN classic. Very doomy, slow track. People love this one and we love to play it for them live. And then there’s this giant 25 minutes track called “The Dawn Of Ra” with its Egyptian scales, epic and progressive parts telling a broad story of the sungod. This one unites everything that Ra’s Dawn is about. “In Memory” the third one is one of the oldest songs we still play, very, very prog but with nice melodies.
    After “Solar Force” we decided to leave the mythological thing aside and present a different side of the band on “Unveiling The Grotesque”. A lot of the lyrics deal with stories by Edgar A. Poe. The music is less epic, sometimes straight, sometimes a little progressive. Not one oriental scale on this one. :)
    And now, “Scales Of Judgement” nicely combines the musical themes from both of the demos. There’s a lot of Egyptian-style stuff, straight songs and even two re-recordings from “Unveiling”. It’s definitively no record that might be put into a certain metal-category. It’s very diverse.

5. ALTHOUGH YOU ARE A GERMAN METAL BAND, I HAVE TO ADMIT THAT YOUR SOUND IS MORE ORIENTED TOWARDS THE U.S. POWER/PROGRESSIVE METAL. WHY IS THAT?  HAS THIS MUSICAL PATH YOU FOLLOW GOT ANYTHING TO DO WITH THE MUSIC THAT YOU LIKE TO LISTEN?

    Actually we never intended to sound very American. The only aspect that we put strict emphasis on is that the guitar riffs shall sound interesting and detailed. It should be fun to play them. And I guess that’s exactly the point with many U.S. bands, they try to keep the songwriting unique probably. People often tend to say that Olaf’s voice reminds them of Matthew Barlow. Maybe that’s why you consider us as being U.S. influenced. 

6. I WILL NAME SOME BANDS AND I WOULD LIKE YOU TO TELL ME, HOW INFLUENTIAL YOU THINK THEY ARE FOR YOUR SOUND. HERE WE GO: CRIMSON GLORY, FATES WARNING, QUEENSRYCHE, DREAM THEATRE AND RA PARIAH…

    Crimson Glory: Uhh… great old school stuff. Olaf and John (who is the most creative part in the band by the way) both are very into those old school bands. Fates Warning and Queensryche, these are bands who inspired a lot of bands. But it’s quite hard to say in what way they were influential to our sound. I think bands like them just opened up our minds for a different approach to music. It is not the right way to listen to and copy such “idols”. What counts is the overall impression such a group leaves on you as a musician. Dream Theater: Haha... Let me keep it short: none of us will ever be able to write and present music like they do. Those guys are over-the-top musicians. The main influences might be that although we love this band, we'll always be reminded of what we’ll never be able to reach :). I don’t like it to be compared to DT, it’s a different league. 

7. AS I CAN JUDGE BY THE NAME OF THE BAND AND SOME TITLE TRACKS LIKE “ANUBIS”, I CAN SEE THAT THE EGYPTIAN MYTHOLOGY AND HISTORY ATTRACTS YOU. WHY IS THAT? WHAT DO YOU LIKE THE MOST IN THE ANCIENT EGYPTIANS? 

    Well, the concept is not that new, but it leaves us certain opportunities to experiment with more uncommon sounds and scales. And man, those scales sound so cool and heavy compared to standard e-minor :). Additionally the mythology offers a broad variety for lyrical inspirations. But actually John is the one who initially came up with this idea. He was very fascinated by this topic. Afterwards I can’t even say why. 

8. BY THE WAY DO YOU BELIEVE THAT THE EGYPTIAN CIVILIZATION WAS PRODUCT OF AN ALIEN CIVILIZATION LIKE SOME TEND TO BELIEVE?

    People often tend to believe in the wildest stories when it comes to things that seem inexplicable. "How were they able to build such big monuments, the pyramids" could be such a question. They cannot accept that there are lots of things that go over our mind. But in that case, I think those Egyptian guys were able to build those monuments on their own. If aliens would have civilized the earth, why do they not come back, bring new technology or just harvest what they had seeded? If those guys had interferred in human evolution in that explicit way, I think every one on earth would know about their existence. But if you are interested in themes like that, get yourself some information about the theory of panspermia. I don’t get into detail right now, but it’s worth it. Daniel Gildenlöw from Pain of Salvation once told me about that theory in an interview and I found it worthy to do some internet research on this topic.

9. YOU ALSO HAVE A SONG INSPIRED BY EDGAR ALAN POE’S FAMOUS STORY “THE MASQUE OF THE RED DEATH”. ARE YOU AWARE THAT ALSO BANDS LIKE CRIMSON GLORY AND MANILLA ROAD HAVE WRITTEN ABOUT THE SAME THEME? 

    Did they? I like the CRIMSON GLORY sound, but until now did not get into their lyrics that deep. Concerning MANILLA ROAD, I’ve never listened to them.

10. DO YOU THINK THAT WITH THIS STORY POE WANTED TO SAY THAT ALL THE PEOPLE ARE EQUAL IN FRONT OF DEATH, NO MATTER HOW POOR OR RICH THEY ARE?

    Of course. I guess it is the only sure thing in life. No matter how bloody rich or how poor you are, what you experienced and what goals in life you have. For the harvester it’s all the same. It is often the case that material wealth leads into arrogance. People start to feel invulnerable and more worthy than the ordinary person. Seems to be a nice idea, that they all end up in an equal way.

11. APART FROM THE PREVIOUS SONGS THAT WE MENTIONED, CAN YOU TELL US WHICH THE THEMES OF THE OTHER SONGS THAT YOU HAVE INCLUDED HERE ARE?

    “Forever” John wrote for his son Joey. “Terrified” and “The Masque” are inspired by E.A. Poe. “Anubis” deals with the Egyptian god and “Exodus” with the biblical story, when the Israelites made their way out of Egypt. In this song you can actually feel the sand storms they had to face… very good song, we’re all very proud of it. Finally we have “In Oceans Of Lies” which pinpoints the music biz as a real pool of "sharks" and “Flame Of War”, which describes the religious conflicts in Northern Ireland. As you see, quite a bunch of themes…

12. SO FAR, HOW HAVE THE PRESS AND ESPECIALLY THE FANS RECEIVED YOUR NEW ALBUM? DO YOU REMEMBER A REVIEW THAT YOU READ AND THOUGHT THAT THE REVIEWER DIDN’T UNDERSTAND WHAT EXACTLY YOU WANT TO DO WITH YOUR MUSIC?

    We mainly received quite good resonances. But of course you always have some guys among the reviewers, that didn’t invest enough time to get into the details of the album. But hey, that’s no problem as long as there are still people who appreciate what we are doing and give us a fair chance. I remember a review from an English AOR Zine which was really bottomless… Never mind though. 

13. IT MIGHT SEEM A POINTLESS QUESTION, BUT I WANT YOU TO THINK WELL AND TELL ME WHAT HEAVY METAL MEANS TO YOU AND YOUR LIFE?

    Yes, you’re right, that’s pointless… :). Well, actually for everyone it might mean something different. For me it is just a beautiful way to express myself and to share something I love with a lot of people. This might be a RA’S DAWN gig or a nice festival weekend or just listening to a great record with a couple of friends. Although it may sound old fashioned Heavy Metal is still a way of life. Either you’re into it or not. Once infected, you’ll never get rid of it. I like this idea in a way. 

14. THANK YOU FOR YOUR TIME! THE LAST LINES ARE YOURS AND PLEASE LEAVE A MESSAGE TO THE READERS OF BEHIND THE VEIL WEBZINE…  You’re welcome. Well, buy and listen to our record and I hope you will like it. Since I don't expect us touring Greece in near future there's just this way to share our vision with you. You're all invited to visit our homepage (www.ras-dawn.com)  to leave some statements, criticism or simple greets on our guestbook. We'll appreciate it! And to end up with some fairly words from George 'Corpsegrinder' Fisher: "Keep f**kin' supportin' METAL" :)

Interview - Metallic Zine.de

Interview - Metallic Zine.de

Tanja: Hallo! Schön, dass Du ein wenig Zeit mitbringst. Am 25. August released ihr »Scales Of Judgement«, das nach zwei Demo-Scheiben als offizielles Debütwerk fungiert. Wo habt ihr »Scales Of Judgement« Formen gegeben, sprich aufgenommen?

John Schmitz: »Scales Of Judgement« wurde unter der Regie von Tommy Newton (u.a. Helloween, U.F.O., Ark, Conception) im Area 51 Studio in Celle bei Hannover aufgenommen. Tommy ist ein sehr netter und vor allem witziger Mensch, mit dem man prima arbeiten kann. Wir haben uns super mit ihm verstanden, sodass der Aufnahmeprozess viel Spaß gemacht hat.

Wer von Euch ist für das Songwriting zuständig?

Im Grunde bin ich das musikalische Rückgrat der Band. Ich lege in der Regel die Songs zugrunde, bevor wir sie dann mit der gesamten Band arrangieren, was wirklich sehr effektiv ist.

Wie gestaltet sich der Songwriting-Prozess im Detail? Wie wird begonnen, was kommt zuerst, was folgt anschließend?

Ich komme selten durch ein Riff auf Songideen. Normalerweise habe ich einen kompletten Song vor meinem geistigen Auge, d. h. ich weiß genau in welcher Stimmung (lyrisch oder musikalisch) der Song sein soll. Meistens notiere ich mit einem Musikprogramm eine neue Idee und maile sie dann an die anderen. Diese wiederum ergänzen sie wenn nötig, und verschicken sie ihrerseits. So kommt eine rohe Version einer Nummer zustande und alle kennen sie wenn wir uns zur Probe treffen. Im Proberaum werden dann die Riffs und Melodielinien ausprobiert und arrangiert, bis ein Song steht. Der Text dazu entsteht mal am Anfang, mal erst am Ende. Da gibt es keine feste Regel.

Wie seid ihr auf den Bandnamen Ra's Dawn gekommen? Welche Bedeutung hat er für Euch persönlich?

Wir saßen zu Beginn der Bandentstehung zum Essen am Tisch und haben einfach ein paar Ideen in den Raum geworfen. Ich wollte unbedingt etwas mit dem ägyptischen Sonnengott Ra haben, weil ich tierisch auf die ägyptische Mythologie stehe. Und da ist Ra ja nun mal die dickste Kartoffel. Irgendwer warf dann noch »Dawn« in den Raum und das war's auch schon. Außerdem dachten wir, dass man das ägyptische Thema auch prima musikalisch ausbauen könnte. Ganz nebenbei bemerkt stehen wir auch ziemlich auf Maidens »Powerslave«.

Wie der Bandtitel schon etwas durchblicken lässt: Ihr vermischt in Eurer Musik orientalische Skalen gekonnt mit Power Metal, der aber doch sehr oft progressiv angehaucht und dadurch schwer in eine Ecke zu drängen ist. Wie kam es zu der Idee, die Orientalik so sehr in das Songwriting einfließen zu lassen?

Erst mal natürlich wegen dem Bandnamen. Wenn ich so einen Namen höre, erwarte ich auch orientalische Skalen. Zudem sind diese Melodiebögen recht interessant und passen hervorragend zum Metal, wie ich finde. Und so was hört man nicht täglich, also ist es perfekt, um eher seltene Vibes in die Musik einzubringen.

Wie ist die Metal-Szene so bei Euch? Gibt es viele Metaller? Paderborn z. B. ist ja irgendwie eine Thrashhochburg. Welche Metalrichtung boomt in Koblenz?

Unsere Koblenzer Metal-Szene ist eigentlich recht gut. Wenn man bedenkt, dass Metal bei den heutigen Kids nicht allzu sehr angesagt ist, kann man sich freuen, wenn man eine korrekte Metal-Kneipe in der Stadt hat. Außerdem gibt es hier ein paar gute Metalbands und im Untergrund tummeln sich auch noch reichlich Kapellen. Ich bin ja eher so ein ewig gestriger Old-School-Typ, aber wenn ich mir die Shirts so angucke, muss ich feststellen, dass Black und Death Metal ziemlich angesagt zu sein scheinen.

Wann und wo kann man live mit Euch rocken?

Unsere Live-Dates findet man stets auf unserer Homepage www.ras-dawn.de . Am 26.08. feiern wir erst mal eine Record-Release-Party. Dort stellen wir unsere CD live vor und es wird amtlich gefeiert. Kommt doch alle vorbei.

Warum und wie würdest Du jemandem Euer Album empfehlen?

Es ist immer schwer über die eigene Platte zu reden. Findet man sie toll, steht man schnell als eingebildeter Großkotz dar. Und wer macht die eigene Platte schon schlecht. Was ich jedoch locker sagen kann, ist, dass »Scales Of Judgement« sehr abwechslungsreich rüberkommt. Es gibt schnelle, leicht thrashige Passagen, es gibt doomigen Kram, du findest progiges Zeug und alles ist mit Leidenschaft und Herzblut gezockt. Allerdings muss man sich mit unserer Musik beschäftigen, nach nur einem Hördurchgang hast du nicht mehr als einen Eindruck.

Mir gefällt an Euren Songs, dass sie zwar energiegeladen sind, aber durch die - textlich, wie auch musikalisch gesehen - in die ägyptische Mythologie reichen. Welcher ist Dein Lieblingssong auf der neuen Scheibe und warum?

Das kann ich nicht sagen, denn mir bedeuten alle Songs sehr viel. Besonders mag ich »Forever«, weil ich es für meinen Sohn Joey geschrieben habe. Andererseits liebe ich »In Oceans Of Lies«, weil es tierisch Spaß macht es zu spielen. »Exodus« schätze ich sehr wegen seiner Magie und so könnte ich zu jedem Song etwas Besonderes sagen.

Wie weit wollt ihr mit Ra's Dawn hinaus? Ist Ra's Dawn eine Spaßband oder doch eher etwas Ernstes?

Die Band steht bei uns allen neben Familie und Job an erster Stelle. Sicherlich haben wir eine Menge Spaß und wir wollen das erreichen, was uns möglich ist, aber wir haben für uns persönlich schon viel erreicht und wir sind verdammt froh damit. Mal sehen, ob noch was geht.

Zu guter Letzt: Deine Worte an die Metaller-Nation?

Ich würde für den Metal sterben. Schreib das! Schreib, dass ich für den Metal sterben würde! Nee, jetzt mal ernsthaft. Wir Metaller sind die besten, weil wir verdammt loyal sind und zu unserem Shit stehen. Außerdem haben wir eine eigene Meinung und halten zusammen. Das ist heutzutage wahrlich nichts Selbstverständliches mehr ...

Tanja

[Quelle: MetallicZine.de]


Unveiling The Grotesque


Interview - MetalObserver.com

Interview - MetalObserver.com

Hallo John,

erst mal herzlichen Glückwunsch zu eurer neuen CD „Unveiling The Grotesque“. Ich konnte mir ja am Samstag (05.06.04. Releaseparty in Koblenz) schon einen ersten Eindruck vom neuen Material holen und ich muss sagen, es hat mir sehr gut gefallen.

Schon nach den ersten beiden Stücken die Ihr gespielt habt, hatte ich den Eindruck, dass ihr wesentlich härter geworden seid bzw. die Melodien etwas in den Hintergrund gerückt habt. Wo siehst du selbst die Unterschiede zwischen „Unveiling...“ und eurem Debüt „Solar Force“ und was sind die Stärken der neuen Scheibe in deinen Augen?

Erstmal danke für das Kompliment. In den meisten Fällen kommt der Sound live heavier und rauer rüber. Ich denke nicht, dass wir auf der neuen CD die Melodien mehr in den Hintergrund gerückt haben, denn eine gute Melodie im Song hat beim Komponieren immer Priorität. Was aber definitiv zutrifft, ist die Tatsache, dass die Songs der neuen Scheibe mehr auf den Punkt kommen und auch durch die Produktion mehr Druck haben. Bei "Solar Force" haben wir uns dazu entschieden Songs aufzunehmen, die für RA'S DAWN typische Elemente besitzen und eine gewisse Bandbreite aufzeigen. Dabei begingen wir keinen Stilbruch sondern zeigten unseren facettenreichen Sound auf. Auf der einen Seite hatten wir das schwere, leicht doomige "Forlorn Dream", auf der anderen Seite aber auch das vertrackte, mit Breaks übersäte "In Memory" und natürlich noch das Wagnis, mit "The Dawn Of Ra" einen 24-minütigen Monstertrack draufzupacken. Die Aufnahmen dazu waren übrigens recht abenteuerlich…

Bei "Unveiling The Grotesque" haben wir bewusst darauf geachtet, eine musikalische Linie zu verfolgen. Ich denke, dass alle Nummern wie aus einem Guss klingen. Selbst die beiden Bonustracks, die wir an nur einem Tag in Köln aufgenommen und produziert haben, passen kompositorisch hervorragend dazu. Ich bin wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Man darf ja auch nicht vergessen, dass wir alles selbst finanzieren mussten und somit nicht prassen konnten.

 

Textlich hat sich ja auch etwas getan. Auf „Solar Force“ ging es ja um die ägyptische Mythologie, worum geht es bei den neuen Texten? Steckt ein Konzept hinter ihnen, oder könnte auch jeder Song für sich alleine stehen?

Die ägyptische Mythologie wird immer Bestand von RA'S DAWN sein, auch wenn wir dieses Mal bewusst auf einen "orientalischen Touch" verzichtet haben. Wir wollten einem neuen textlichen Konzept nachgehen und haben uns die Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe vorgeknöpft. Natürlich ist das nicht gerade eine neue Idee, aber so was ist mir egal. Hauptsache, ich finde Inspiration. Und dass Poe's Geschichten schon immer eine besondere Wirkung auf mich hatten, bot sich das geradezu an. Im Grunde handelt es sich aber nicht um ein Konzept für die ganze CD. Alle Songs können alleine stehen. Ein roter Faden zieht sich dennoch durch die Scheibe, denn wir erzählen von Menschen und Lebenserfahrungen. Dieser Bereich findet sich in allen sechs Nummern wieder. Zu dem Instrumental "Passage To The Moon" wurde ich übrigens inspiriert, als ich mit unserem Sänger Olaf bei einem Kasten Bier nachts auf der Terrasse gesessen habe und wir uns über die Unendlichkeit des Universums unterhalten haben.

 

Produziert habt ihr wieder in Eigenregie zusammen mit Fabian Zimmermann. Ich finde der Sound hat im Allgemeinen mehr Druck und ist besser abgestimmt als auf eurem Debüt. Seid ihr selbst zufrieden mit dem Ergebnis?

Auf jeden Fall! Produktionstechnisch ist "Unveiling…" ein Schritt nach vorne. Alle Instrumente sind schön differenziert zu erkennen und vor allem die Drums haben mehr Kick. Des Weiteren klang "Solar Force" leicht dumpf, was bei der neuen CD nicht mehr der Fall ist. Natürlich findet man immer Aspekte (soundlich als auch spieltechnisch), die man hätte besser machen können, aber wir sind zufrieden, da wir uns steigern konnten.

 

Wie lange habt Ihr denn insgesamt an „Unveiling...“ gearbeitet?

Der Aufnahmeprozess lief über einen Zeitraum von ca. fünf Monaten. Das ist verdammt lang, aber innerhalb dieser Zeit waren wir nur jeweils kurz im Studio. Insgesamt haben wir von den fünf Monaten nur 11 Tage aufgenommen. Da wir alle berufstätig sind und unser Produzent ebenfalls zeitlich sehr eingespannt ist, zog sich alles furchtbar in die Länge. Das kostete Nerven! Während dessen konnten wir zusammen mit Kathrin Schneiders wenigstens in Ruhe ein Cover-Konzept entwerfen und fertig stellen. Das Artwork von "Unveiling…" gefällt mir wirklich gut.

 

In eurer Besetzung hat sich ja auch etwas geändert. Thomas Stach euer Gitarrist und Keyboarder ist nicht mehr an Bord, wie kam es dazu, dass sich eure Wege getrennt haben?

Thomas war und ist ein sehr guter Freund von uns. Das Problem war, dass er aufgrund seines Jobs nicht mehr in der Lage war, das Nötige für RA'S DAWN zu tun, obwohl er es gerne getan hätte. Er hat sich lange Gedanken darüber gemacht und entschieden, aus der Band auszusteigen um sie nicht zu behindern. Das fiel ihm sehr schwer und ich habe großen Respekt vor seiner Entscheidung.

 

Die beiden neuen Leute heißen Marek Schoppa (Gitarre) und Phillipp Nörtersheuser (Keyboards). Kanntet Ihr die beiden schon länger, oder wie kam es das gerade sie zu RA’S DAWN gestoßen sind?

Zunächst kontaktieren wir Marek, der schon immer bei unseren Gigs dabei war und vor der Bühne die Matte geschüttelt hatte. Obwohl wir ihn nicht persönlich kannten wussten wir also, dass er die Mucke gut fand. Außerdem wussten wir, dass er Gitarre spielt. Wir luden ihn zu einer Probe ein und spielten mit ihm ein Stück. Es klappte auf Anhieb und somit war er dabei. Marek übernahm zunächst Gitarre und Keyboard, so wie Thomas es gemacht hatte. Irgendwann brachte Marek Philipp mit in den Proberaum, der eigentlich nur mal zuhören wollte. Anscheinend hat es ihm gut gefallen, denn kurze Zeit später rief er an und fragte, ob er als Keyboarder einsteigen könne und dass, obwohl er eigentlich ein Black Metal Typ ist ;-)

 

Habt ihr eigentlich bevor ihr die Band gegründet habt schon in anderen Combos gespielt und Alben aufgenommen?

Ja klar. Alle haben schon Banderfahrung. Besonders Martin und ich treiben diesbezüglich schon lange unser Unwesen, wenn auch nie zusammen. Ich persönlich habe schon mit BLIND GUARDIAN als Support gespielt. Da waren wir aber wirklich grauenhaft. Ich kann bis heute nicht verstehen, dass die Leute schwer abgegangen sind, anstatt uns von der Bühne zu pfeifen. Wirklich erwähnenswert war aber keine unserer vorherigen Bands. Da fällt mir ein: die Band, die ich vor RA'S DAWN am Start hatte, hieß GIANT'S CAUSEWAY. Wir spielten einen ähnlichen Sound und waren auch im Finale des "Rockbuster-Nachwuchs-Festivals". Unser damaliger Drummer ist heute bei FRAMELESS, der Pop-Band, die den EM-Song "Black And White" für die Europameisterschaft 2004 geschrieben hat. Sachen gibt's…

 

Am Samstag hast du erwähnt, dass ihr noch keine Promos an Labels verschickt habt, es aber jetzt tun wollt. Seht ihr die Chance, dass aus der Band mehr werden könnte, als nur ein „Hobby“ und womit verdient ihr zur Zeit euer Geld?

Es kommt immer auf die Umstände an. Wie alle wissen ist die heutige wirtschaftliche Situation im Bereich Tonträger recht rückläufig. Die Labels wollen kein Geld mehr ausgeben bzw. investieren. Das wirkt sich auf die Deals der Bands aus. Was also können wir mit einem Deal erreichen? Es gilt also genau abzuwägen, was ein Deal an Vorteil und/oder an Nachteil bringen würde. Rein musikalisch arbeiten wir bereits professionell. Diesbezüglich wäre es natürlich prima auch im organisatorischen und wirtschaftlichen Rahmen professionell zu arbeiten. Wir lassen uns überraschen, denn wir wollen nichts auf Biegen und Brechen machen.

 

Wie sieht es denn im Moment mit Live-Auftritten aus? Habt ihr schon feste Daten wo man euch hier in Deutschland in Kürze sehen kann?

Unsere Gigs kann man jederzeit auf unserer Homepage nachlesen. Die Buchen von Shows gehört aber definitiv zu den oben angesprochenen organisatorischen Dingen, die professioneller werden müssen. Dazu wäre ein Label natürlich hilfreich. Eine gute Booking-Agentur ist ebenfalls denkbar. An diesem Bereich werden wir mehr arbeiten.

 

Ihr kommt ja im Juni auch als Besucher aufs „Bang Your Head“ Festival. Wäre es ein Traum von dir, mal auf einem solch großen Festival zu spielen oder ist dir der kleinere Rahmen lieber?

Das wäre ein Lebenstraum von uns allen. Unsere Musik mehreren tausend Metalheads präsentieren zu dürfen wäre fantastisch. Ob ich lieber im großen oder kleinen Rahmen spielen würde, kann ich dir erst sagen, wenn ich beides erlebt habe ;-)

 

Wie sieht es denn mit den privaten Musikgeschmäckern innerhalb der Band aus? Hört ihr alle ausschließlich Metal oder interessieren euch auch andere Musikstile?

Im Grossen und Ganzen hören wir alle sehr viel Metal. Marek ist dabei sehr flexibel. Er hört alles von MAIDEN bis CRADLE OF FILTH. Philipp ist eigentlich ein typischer Black Metal Fan. Martin hat seine Wurzeln im 70-er Prog Rock. Marco steht ziemlich auf Prog Metal à la SYMPHONY X oder DREAM THEATER. Olaf und ich sind die typischen Alt-Herren-Metal-Fans. Ich höre Metal schon seit 1980 und bei den 80-ern bin ich hängen geblieben. Neben dem klassischen Metal liebe ich aber auch Blues und gute Rock'n'Roll Truppen wie THE BLACK CROWES.

 

Jeder hat ja irgendwo ein Idol oder Musiker die einen beeinflusst haben. Welche Musiker oder Bands haben auf euch und speziell auf dich als Songschreiber und Gitarrist den meisten Einfluss gehabt?

Als Gitarrist ist Joe Satriani definitiv mein größter Einfluss. Ich liebe seine Melodien und seine flüssige Spielweise. Neben Satriani schätze ich besonders uns Yngwie. Kompositorisch beeinflusst mich alles, was mich inspiriert. Besonders FATES WARNING und SYMPHONY X, aber auch MAIDEN und PRIEST gehören dazu. Außerdem schätze ich Bands, die mit einfachen Mitteln unsterbliche Hymnen komponieren. So gehören TWISTED SISTER und AC/DC (aber nur mit Bon Scott) zu meinen absoluten Lieblingsbands.

 

Man hat ja in den letzten Jahren oft aus sehr unterschiedlichen Kreisen die Meinung gehört, dass der Metal tot sei. Wie ist deine Meinung dazu? Blüht der Metal und speziell der Underground wieder, oder machst du dir Sorgen, dass sich der Slogan „Metal Forever“ nicht bewahrheiten könnte?

Niemals!!! Metal wird ewig leben. Metal ist eine der größten Energien die ich mir vorstellen kann. Wer einmal diesem Sound verfallen ist, der kommt schwer davon los. METAL LIVES FOREVER!

 

Wenn du die Chance hättest, mit wem würdest du eher ein nettes Schwätzchen halten: mit Bruce Dickinson, Gina Wild (Ex-Pornostar) oder dem Papst? Und was würdest du unbedingt von dieser Person wissen wollen?

Gina Wild scheidet aus, denn sonst würde meine Frau Ärger machen. Ich habe großen Respekt vor Johannes Paul II, denn er ist ein wirklich faszinierender Mensch. Dennoch würde ich mich am liebsten mit Bruce Dickinson unterhalten, obwohl mir Dee Snider lieber wäre. Von ihm würde ich mir einfach nur Geschichten aus seinem Erfahrungsschatz anhören wollen. Das wäre wahrscheinlich besser als ein geiler Kinofilm…

 

Dein Instrument ist ja die Sechsaaitige. Gibt es Instrumente die du überhaupt nicht abhaben kannst und die verboten gehören?

Prinzipiell schätze ich alle Instrumente. Es kommt immer darauf an, was man aus ihnen macht. Gitarrenmäßig würde ich nie siebensaitige Klampfen spielen. Ich hatte mal eine und die Frequenzen stören voll den Bandsound. Nix für mich.

 

Oben habe ich ja schon mal nach deinen privaten musikalischen Vorlieben gefragt. Welchen Musikstil kannst du dir denn auf keinen Fall antun?

Hip Hop und alle Metalbands, die solche Elemente in ihrem Sound haben. Des Weiteren kriege ich bei Techno das kalte Kotzen. Auch Jazz verlangt mir sehr viel Nerven ab.

 

Nenne mir doch bitte noch deine 5 Lieblingsscheiben?

Unmöglich dies genau zu definieren. Es kommt auch auf die jeweilige Situation drauf an. Ich besitze ca. 2000 CDs und habe kürzlich versucht, meine besten zehn CDs aufzulisten. Ich war einfach nicht dazu in der Lage. Es wurden dann schließlich 16 CDs, die meine Top Ten waren ;-) Um dir eine Antwort zu geben, nenne ich jetzt im Augenblick folgende Schätze: JUDAS PRIEST: „Defenders Of The Faith“, DIO: „The Last In Line“, TWISTED SISTER: „Stay Hungry“, Y&T: „In Rock We Trust“ und MÖTLEY CRÜE: „Shout At The Devil“.

 

„The Metal Observer“ ist ja ein Internetmagazin und ich weiß, dass du auch selbst für ein Webzine (www.myrevelations.de) tätig bist. Beziehst du dein Wissen über die Szene hauptsächlich aus dem Internet, oder schaust du auch in normale Papiermagazine?

Ich lese regelmäßig „Rock Hard“. Außerdem kaufe ich mir öfters „Heavy oder was?“ Da ich in der Szene voll drin stecke, bekomme ich einfach wahnsinnig viel mit.

 

Kommen wir noch einmal auf RA’S DAWN zurück. Hast du einen eigenen Lieblingssong eurer Band, den du gerne hörst und vor allem gerne spielst?

Am liebsten spiele ich "Terrified" vom neuen Album. Das Ding hat Energie und klassisches Metal-Riffing. Mein Lieblingssong ist schwer zu benennen, aber "The Dawn Of Ra" bedeutet mir sehr, sehr viel. Als wir den Song fertig hatten, habe ich erst mal 'ne dicke Zigarre geraucht.

 

Bei eurer Release Party habt Ihr auch einige Coverversionen zum Besten gegeben und ich war erstaunt wie nah ihr immer am Original gewesen seid. Fällt es euch leicht solche bekannten Songs einzustudieren oder hängt ihr dafür lange im Proberaum?

Das fällt uns recht leicht. Wenn man sein Instrument einigermaßen beherrscht kann man die Covers gut nachspielen. Viel wichtiger ist, dass man die Stimmung des Songs erzeugen kann. Wir haben schon viele andere Covers geprobt, aber wieder verworfen, weil es einfach nicht gepasst hat. Olaf ist bei Covers am meisten gefordert, weil er den verschiedenen Sängern gerecht werden will. Das ist schwer, aber er macht das sehr gut, wie ich finde.

 

Als Band erlebt man ja viel zusammen und geht bestenfalls durch dick und dünn. Was ist denn das schönste Erlebnis das ihr als Band zusammen hattet und was das negativste?

Ein einziges positives oder negatives Erlebnis kann ich gar nicht benennen. Übel ist es natürlich, wenn man einen schlechten Tag hat und eine miese Show spielt. Traurig war auch der Ausstieg von Thomas, obwohl wir dann ja mit Marek und Philipp musikalisch und menschlich einen prima Ersatz gefunden haben. Positiv sind immer klasse Gigs oder auch der gemeinsame Trip nach Balingen. Das ist genial. Auch das Fertigstellen eines gelungenen Songs kommt klasse.

 

Zum Abschluss hast du jetzt noch die Möglichkeit RA’S DAWN unserer weltweiten Leserschaft schmackhaft zu machen! Warum sollte sich die Banger unseres Planeten unbedingt mal eure Musik anhören?

Man sollte uns unbedingt mal live anchecken, weil wir immer eine Riesenparty machen und die vorderen Reihen von unserem Sänger Bier in die Kehlen geschüttet bekommen. Außerdem sind unsere Songs ehrlich und mit Leidenschaft gespielt. Wer klassischen Metal mit progressivem Einschlag mag, kann bei uns auf seine Kosten kommen. Metal on, dudes!!!

 

So, dann bedanke ich mich sehr für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche dir und der Band weiterhin Viel Erfolg. Möge der Plattendeal kommen! Hoffe wir laufen uns in Kürze auf dem Bang Your Head Festival noch mal über den Weg!

All right! Thanx to you!



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